Hekla Bad Soden, Tagebuch Hekla, Reisen Hekla
Hekla Bad Soden, Tagebuch Hekla, Reisen Hekla
Gebaut, ausgebaut und restauriert
Gebaut, ausgebaut und restauriert

2015 Tage-Wochenbuch

Donnerstag, 31. Dezember 2015, Silvester. Slawomir Mrozek: Das neue Leben:

Ein neues Jahr, ein neues Leben, neue Vorsätze? Dazu hat sich einer interessante Gedanken gemacht:

 

Ich beschloß ein neues Leben zu beginnen. Entschieden und unwiderruflich. Blieb nur die Frage : Ab wann?

Die Frage ließ keinen Zweifel offen: Ab morgen.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, stellte ich fest, daß ja wieder heute ist, genau wie gestern. Da ich mein neues Leben morgen beginnen wollte, konnte ich heute kein neues Leben anfangen.

Noch ist nichts verloren“ dachte ich mir. „Morgen wird ebenfalls morgen sein.“

Und ich verlebte den Tag ruhig, wie immer auf die alte Weise. Nicht nur ohne Gewissensbisse, sondern voller guter Gedanken und gesteigerter Hoffnungen.

Aber was sollte ich machen, als am nächsten Tag wieder heute war, ähnlich wie gestern und vorgestern?

Das ist nicht meine Schuld“, dachte ich, „daß irgendein Teufel immer das Morgen in heute verwandelt. Mein Beschluß ist einwandfrei, unwiderruflich,. Versuchen wir es noch einmal, vielleicht wird der Teufel müde, und morgen wird endlich morgen sein“.

Leider war es nicht so. Immer nur heute und heute. Schließlich verlor ich die Hoffnung: „Dieses Morgen wird nie kommen“, dachte ich. “Angesichts dessen könnte man das neue Leben nicht von morgen an, sondern von heute an beginnen“: … Fortsetzung nächstes Jahr.

Sonntag, 27. Dezember 2015, Gott sei Dank, der Alltag hat uns wieder zurück. Als Rentner kann ich mit den Feiertagen nicht mehr viel anfangen, sie bringen mich aus dem Rhythmus, bringen meinen Magen durcheinander und belasten die Waage. Obwohl ich durchaus für Rituale bin, die uns strukturieren. Haben nun an Heiligabend doch noch Gäste gehabt. Haben unsere Libanesisch/Chinesischen Nachbarn mit kleinen Kindern zum Christbaumanzünden am späten Nachmittag eingeladen, es war eine nette ¾ Stunde.

Habe in den Feiertagen ein interessantes Interview mit einem Deutsch/Syrischen Schriftsteller im Deutschlandfunk gehört. Es ging um den Irak, Afghanistan, die arabischen Länder. Verkürzt wiedergegeben: Das soziale Absicherungssystem basiert in den arabischen Ländern auf der sozialen Sicherheit in der Sippe oder dem Klan. Der Chef der Sippe/Klan hat das absolute Sagen weil er über die Mittel verfügt. Das System basiert auf absoluter Loyalität. Wer da ausbricht verhungert oder riskiert sogar sein Leben. Regierungen haben in Wirklichkeit so gut wie keinen Einfluß auf gesellschaftliche Entwicklungen weil sie nichts bieten, vor allem keine soziale und existentielle Absicherung für den Einzelnen. So lange also keine allgemeine Sozialversicherung, Arbeitslosengeld, Kindergeld usw, usw. in diesen Ländern eingeführt wird, wird sich an den Strukturen gar nichts ändern. Die Klans und Sippenführer haben wiederum daran kein Interessen, weil sie damit ihre Macht und Einfluß verlieren. Allerdings weiß natürlich niemand welchen Einfluß das Internet und die Smartphone´s entwickeln werden und wie diese technischen Revolutionen die erforderlichen sozialen Weiterentwicklungen beschleunigen werden.

Der Weihnachtsbaum wartet auf seinen Schmuck(en Anzug, oder: "Der Kaiser ohne Kleider")

 

Mittwoch, 23. Dezember 2015. Es weihnachtet nicht. Jedenfalls nicht Richtung Kurpark, eher frühlingshaft, so ist auch unsere Stimmung, aber ohne Aufbruchseffekt. Eigentlich sollte es dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum geben, nun kommt am 1. Feiertag Besuch, also muß der Brauch gewahrt werden. Es läßt halt alles etwas nach mit den Jahren und wenn man nicht unter Druck steht, läßt man es laufen. Weihnachtspost verschicke ich immer noch, vielleicht auch nur um das Echo zu genießen oder zu beobachten. Es fällt jedes Jahr gleich aus. Wir warten mit der Öffnung der Post nicht bis Heiligabend unter dem Christbaum, wir kämen auch gar nicht drunter (und wieder hoch), sie wird gleich geöffnet und verschlungen, fördert die Stimmung. Ich hatte mal ernstlich überlegt eine kleine Familie aus dem Flüchtlingsaufnahmelager zu Weihnachten einzuladen, nur ein/zwei Stunden. Aber, aber. Wie fassen die das auf? Sind wir in ihren Augen Ungläubige? Ist das für die Kinder eine nicht gewollte Verführung, bringen wir die Eltern in Versuchung? Was soll man schenken? Wie kann man sich verständigen? Ich spreche nur schlecht englisch und Hedi gar nicht. Also zu kompliziert, vielleicht sind auch nur wir zu kompliziert? Weihnachten ist so emotional besetzt, daß selbst Freunde im gleichen Alter es als Zumutung für uns empfinden, als wir sie fragten ob sie nicht Heiligabend zu uns kommen wollen. Sie leben getrennt im Heim und zu Hause – kompliziert.

Nun wird noch der Christbaum geschmückt. Am Heiligabend gibt es Kartoffelsalat mit Wiener, bzw. Frankfurter. Habe gelesen, daß darin kein Unterschied besteht!? Der Gabentisch bleibt leer, um ev. aufkommende Verstimmungen und Ungleichgewichte zu vermeiden. Weihnachtslieder haben wir dieses Jahr schon gesungen, also ist dieser Bedarf auch gedeckt, es kann also los gehen. Jetzt Christbaumkugeln raus! In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Lese z. Zt. „Secondhand-Zeit“, von Swetlana Alexijewitsch.

Auf 552 Seiten gesammelte Interview´s von Sowjetbürgern. - Leben auf den Trümmern des Sozialismus - . Ein zerstörerisches Buch. Die Russen werden vermutlich 100 Jahre brauchen bis sie in Westeuropa ankommen, wenn überhaupt. Vorläufig entfernen sie sich. Wir können Putin dankbar sein, daß er das in Grenzen hält. Man kann eher noch Angst vor der >Nach-Putin-Zeit< bekommen. Für heute langt es.

 

Mittwoch, 09. Dezember 2015. Frankreich und Polen haben gewählt, Ungarn, Tschechien, Slowenien. Ist die EU überfordert? Können diese verschiedenen Volksgruppen, mit den so fundamental unterschiedlichen Erfahrungen in den letzten 70 Jahren, in absehbarer Zeit zu einer Union, mit teilweiser Aufgabe ihrer nationalen Souveränität, zusammen finden? Ich glaube nicht. Selbst unser Bundesverfassungsgericht hat dem ja Grenzen gesetzt. Der Mensch wird in der Hauptsache von Ängsten gesteuert, siehe Wahlslogan von Adenauer in den fünfziger-sechziger Jahren: „Die Lage war noch nie so ernst“. Nur mit der Angst vor dem (äußeren) Feind bzw. Gegner läßt sich eine große Masse mobilisieren. (80% Gefühl, 20% Verstand)

Ich habe Visionen, gehe zum Arzt und lege mich auf die Couch:

„ Die EU bleibt zerstritten, die Mitglieder ziehen sich auf ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen und Befindlichkeiten zurück. Was mit der Eurozone passiert bleibt offen, siehe später. Wegen der unterschiedlichen Interessen und Erwartungen gegenüber Brüssel werden die Subventionen gekürzt, was wiederum die eigentlichen Gründe für die Mitgliedschaft in der Union wegfallen läßt. Der Streit innerhalb der Union ermuntert die Russen ihr Selbstbewußtsein aufzupolieren und sich an der östlichen Flanke immer mehr als äußerer Feind darzustellen. Das macht Angst. Angst schweißt zusammen. Europa kann sich allerdings selbst nicht verteidigen. Nun schuppst uns der Russe in die Arme der USA, der Nato. Nur die Amerikaner können uns das Gefühl einer gewissen Sicherheit innerhalb der Nato bieten. Die Nato ist der Rettungsschirm. Europa kettet sich noch fester an die Nato und baut die Allianz aus. TTIP ist selbstverständlich und wird sogar noch enger geknüpft. Die nationalen Streitkräfte verschmelzen mit der Nato zu einer Einheit. Die rein europäische Idee tritt in den Hintergrund, weil sich Europa alleine nicht schützen kann. Deutschland verliert seine, für die anderen EU-Staaten bedrohlich dominierende Stellung. Die europäischen Einzelstaaten können pro Forma alle für sich bleiben ihre separate Innenpolitik machen und lokal ihre Sprachen sprechen. Die Außenpolitik wird natürlich von Amerika dominiert, als stärkster Partner. Der Verteidigungshaushalt muß angehoben werden, vermutlich um bis zum Vierfachen (heute 1,4%, Amerika ca. 4%) des Haushaltsvolumen. (pro Kopf in Deutschland ca. 500, in Amerika pro Kopf ca. 1.900 Euro für die Verteidigung) Soldaten wollen die reichen verwöhnten europäischen Länder natürlich nicht stellen, lieber zahlen. Das wird auf eine Fremdenlegion hinauslaufen. In den nächsten 50 Jahren werden in Westeuropa 200 Millionen überwiegend junge Menschen als Wirtschafts-, Kriegs- und Klimaflüchtlinge, erwartet, eine unerschöpfliche Quelle für Karrieren zum gut bezahlte Soldaten. Der Euro wird vermutlich überflüssig, steht ohnehin pari mit dem Dollar. Ohne einen wirklichen politischen Rahmen in Europa verliert der Euro seinen Sinn, also warum nicht auch Dollar? Langsam wird der Dollar auch in Europa zum Zahlungsmittel und damit weltweit gestärkt. Amerika, das vor einer Überfremdung durch die Latinos Angst hat, in spätestens 20 Jahren rechnet man mit einer Mehrheit der Latinos, käme diese Entwicklung sehr gelegen, würden doch die westeuropäisch geprägten Stämme wieder mehr Gewicht bekommen und die s. g. weißen Wähler ihre Ängste verlieren.“

Nun gut, wer Visionen hat, man kann das auch Alpträume nennen, sollte zum Arzt gehen. Für den Moment bin ich geheilt.

 

Sonnabend, 05. Dezember 2015. Schlechte Stimmung. Graues Dezemberwetter. Werde die Hörgereäte zurückgeben, führt zu Auseindersetzungen mit Hedi wegen der Lautstärke bei Radio und Fernsehen. Außerdem habe ich das Gefühl, daß ich sie noch nicht brauche. Für den hohen Preis ist der Vorteil/Verbesserung zu gering. Verschiebe das um ein Jahr. Heute Abend Vorweihnachtliches Gänseessen im Club. Keiner weiß genau wie es der neue Vorstand organisiert hat. Es ist ungewohnt, wenn man nicht mehr eingebunden ist. Kann auch ein gutes Omen sein: „Um so weniger man erwartet, um so schöner wird es,“- ist die Erfahrung.

Schlechte Stimmung auch in Europa. Rechtsnationale Bewegungen in Frankreich, Dänemark, Polen, Ungarn und den Balkanländern. Bleibt Frankreich ein verläßlicher Partner eines Kerneuropas? Wer steht letztlich noch zu Deutschland? Fällt das alles auseinander, kann sich ein neues enger verschweißtes Kerneuropa bilden oder werden wir ein Anhängsel von Amerika? Sehen das die Briten bereits voraus? Jeder wurschtelt für sich, Sicherheit garantiert die Nato, das war´s. Das wäre nicht das Schlechteste für Russland und für Amerika. Europa als Puffer mit 29 egozentrischen Einzelstaaaten mit denen man beliebig spielen kann, bravo!

Montag, 30. November 2015, ich höre die Tasten klappern – habe Hörgereäte in den Ohren, ungewohnt. Bin mit den Geräten von der Verbesserung des Hörens insgesamt sehr zufrieden. Die Geräte haben 15 Kanäle, nur die hohen Frequenzen (Hörverlust 90%) werden verbessert, die niederen nicht weil ich da noch 90 % habe (Differenz 80%). Eine ganz komfortable Sache. Nur die Paßstücke im Gehörgang stören sehr, kann mich bis jetzt nicht daran gewöhnen, trage sie seit 6 Tagen. Nur wenn ich stark beschäftigt bin vergesse ich sie. Beim Lesen, Fernsehen usw. sind sie sehr unangenehm, drücken im Gehörgang. Bin mir unsicher was ich mache. Wenn ich die Geräte abnehme verspühre ich im ersten Moment keine Verschlechterung der Hörqualität, weil nur die hohen Frequenzen fehlen. Bin ich wirklich schon reif für Hörgeräte? Für den Preis kann ich mir fast einen Kleinwagen kaufen. Ich bin verunsichert. Gestern im Club am runden Tisch hatte ich keine Probleme, selbst das Durcheinandersprechen störte mich nicht, ich konnte alles verstehen was ich wollte.

Nun mal zum Tagesgeschehen. Heute beginnt wohl die Klimakonferenz in Paris. Alle fordern die Begrenzung des Anstiegs der Erderwärmung auf 1,5 Grad. - Der Stadträte einer Ostküstengemeinde in den USA haben beschlossen, daß der Meeresspiegel an ihrer Küste in den nächsten 20 Jahren nur um 1m ansteigen darf. - Um Investoren nicht zu vergraulen. Die Mayas haben Menschen geopfert um die Götter wegen der Klimaverschlechterung zu besänftigen. Und wir glauben nun im ernst die Entwicklung hin zu einer Warmzeit beeinflussen zu können. Dabei leben wir tatsächlich erst im Übergang aus einer mittleren Eiszeit hin zu einer Warmzeit. Forscher haben an Hand von Eiskernbohrungen am Nordpol festgestellt, daß solche Wechsel in der Vergangenheit ganz schnell gingen, innerhalb 100 Jahren, als es noch keine Industielle Revolution gab.

Ich lese gerade das Buch von Nicole Steyer: „Der Fluch der Sommervögel“ handelt um 1664 im Jahrhundert des Hexenwahns in Frankfurt am Main. Die Autorin verlegt die Jugendjahre der Sybilla Merian, eine begnadete Naturforscherin und Malerin, von Limburg nach Frankfurt und macht daraus einen Krimi. Taschenbuch 500 Seiten. Hedi hat es regelrecht gefressen. Die Gesellschaft, einschließlich der Wissenschaftler, glaubten damals tatsächlich an den Teufel und Hexen. In Ellwangen/Jagst wurden von 2000 Bürgern, zwischen 1580 und 1640, 600 Männer, Frauen und Kinder als Hexer/n verbrannt. Alle Gerichtsurteile, weltliche Gerichte, beriefen sich dabei auf eingeholte Rechtsgutachten bekannter Universitäten. Ellwangen bediente sich u. a. der Universität in Würzburg. Bei einem 10 Jahre jungen Mädchen empfahl das Universitäts-Gutachten, das Mädchen hatte mehreren Jungs an den Fingern gezogen, es erst zu verbrennen wenn es in die Pupertät kommt.

Da sich die Menschheit, nach meiner Überzeugung, in den letzten 4000 Jahren im Grunde nicht geändert hat, suche ich nach Parallelen, - und da haben wir sie. Wenn wir etwas nicht erklären können, suchen wir Schuldige die wir anfassen und verurteilen können. Dann sind wir irgendwie zufriedener. Komme es wie es wolle, wir haben jedenfalls einen Schuldigen gefaßt. Die Wissenschaftler haben ja das Gutachten geliefert.

Die Vieherden in Argentinien, das Auftauen des Dauerfrostes in Sibirien, das Abbrennen der Urwälder in Indochina, der Ausbruch eines Vulkanes, die Entstehung des El Nino und noch viele andere natürliche Phänomene verursachen das Mehrfache an CO2- Ausstoß in die Atmosphäre als unsere industrielle Erzeugung und Verschwendung. Dennoch mache ich hinter mir das Licht im Zimmer aus und drehe den Wasserhahn beim Zähneputzen zwischendurch ab!

Die heutige Hexe ist das CO2 und die Erzeuger davon. Die Mayas werden ihre Königskinder weiter schlachten und die Priester das Blut trinken, wir lernen nichts dazu. Wollten wir das von Menschen erzeugte CO2 wirklich verringern (was aber vielleicht gar nichts bewirken würde) müßten wir wieder in Höhlen ziehen und uns in Felle wickeln. Was vielleicht auch was für sich hätte, es gebe wieder mehr Kinder.

Ist es vielleicht dieses "Göttliche Gebot": Macht euch die Erde untertan! Wenn wir alles richtig machen wird alles gut?

 

19. November 2015

... warum sagen sie nicht: "Geht überall hin, macht alles mit, vergesst den Terrorismus. Die Wahrscheinlichkeit, daß es Euch persönlich trifft ist kleiner als ein tödlicher Unfall im Auto, das fahrt ihr doch auch jeden Tag, obwohl es jedes Jahr über 8.000 Tote gibt. Das müssen die Terroristen erst einmal schaffen! Ihr seid mündige Bürger! Schützen können wir Euch nicht oder nur in Ausnahmefällen, obwohl wir unser möglichstes tun. Einen Polizeistaat lassen wir uns von diesen Abenteurern-Mördern nicht aufdrängen. Ein Kriegsgeschrei wäre reines Ablenkungsmanöver, Einzeltäter kann man nicht mit Panzern und Flugzeugträgern bekämpfen“.

Und jetzt etwas ganz ketzerisches: Was sind eigentlich die Brandanschläge auf Asylantenwohnheime? Ist das kein Terror? Aus Sicht der Immigranten bestimmt. Das Ziel ist Verunsicherung. Nur: Die Zielgruppe sind eben nur die „Ausländer“ und nicht wir, also ist es lediglich Brandstiftung gegen die man keine Spezialeinheiten einsetzen muß. Bis jetzt hat man, nach meinem Wissen, noch keinen dieser Brandstifter gefaßt. Und wenn, dann bekommt er eine Strafe auf Bewährung, so daß er in alter Manier weiter machen kann. Also selbst beim Terrorismus kommt es in der Hauptsache auf den Blickwinkel an, eben ob die Sprengsätze in Tel Aviv gezündet werden oder bei uns. Bei uns ist das natürlich un- und bösartig, das geht gar nicht. Jetzt brauchen wir natürlich die NSA , selbstverständlich.

 

Mittwoch, 18. November 2015, alle, aber wirklich alle sagen es war richtig das Länderspiel gegen Holland gestern Abend abzusagen, nachdem die Tore bereits geöffnet waren (!), aber niemand weiß den waren Grund. Vermutlich weiß es auch der Innenminister nicht. Bis heute Morgen um 09:30 Uhr hat man weder Sprengstoff gefunden, noch Personen in Verdacht, geschweige jemanden verhaftet, bzw. den Grund für die Absage genannt. Diese Einmütigkeit in der Presse über die Richtigkeit dieser Entscheidung macht mich stutzig. Kann man in Zukunft alles machen ohne den wirklichen Grund nennen zu müssen? Diese Pressekonferenz gestern Abend war das Schlechteste was ich mir vorstellen konnte. Sie hat genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich wollte. Wir sollen keine Angst haben, alles bleibt beim Alten, aber alles wird sich ändern im Fußball Rauball, (Söder bei den Flüchtlingen). Die Behörden können alles machen, wollen nichts sagen und wir sollen es glauben. Natürlich aus Gründen der Sicherheit. Das Spiel selbst wäre ohnehin eine Farce geworden, um das ist es nicht schade, aber das hätte man früher absagen können. Der Innenminister hat eine denkbar schlechte Figur gemacht, von Rauball ganz zu schweigen. Zuversicht, Gelassenheit und Mut haben diese Männer nicht ausgestrahlt, von der Wahrheit ganz abgesehen. Mut und Gelassenheit haben nur die 40 tausend Zuschauer gezeigt die teure Karten gekauft haben und sich das Spiel anschauen wollten. Die wurden bei der Pressekonferenz mit keinem Wort erwähnt, sie sollten gefälligst ruhig nach Hause gehen, daß der Innenminister ruhig schlafen kann. Will man das nächste Bundesligaspiel mit der Begründung absagen, daß man gute Argumente dafür hat, diese aber aus Sicherheitsgründen nicht preisgeben kann? „Ich weiß, daß ich nichts weiß“ scheint immer größere Blüten zu treiben, dabei hatte ich das nur auf mich selbst beziehen wollen.

11:30 Uhr, komme gerade vom Hausarzt. Die Laborantin machte einen wirklich verstörten Eindruck. Sie fragte mich ob mir das auch so ginge, nein das kann ich nicht bestätigen. Sie meinte „Die“ verheimlichen etwas. Dabei kommt mir der Krankenwagen von gestern in den Sinn. Warum hat kein Journalist nach dem Gerücht mit dem Krankenwagen und dem angeblichen Sprengstoff gefragt? Sind das Schlafmützen oder hat man diese Frage bewußt ausklammern wollen?

 

Sonntag, 15. November 2015, warum? Warum dieser Hass auf die westliche Welt, Kultur, Lebensweise, Industrialisierung? Von jungen Leuten, die meistens noch gut gebildet und ausgebildet und keine Dummköpfe sind? Ich hatte damals schon geschrieben, als Mohamed Atta, einer der Terrorpiloten, die in die Türme des World-Trade-Center geflogen sind. Atta war ein Sohn vermögender Ägypter in Kairo, der in einer deutschen christlichen Schule erzogen wurde und anschließend in Hamburg studierte. Warum wurde er zum Fanatiker? Wurde ihm in Deutschland bewußt wie weit die Muslime im nahen Osten in der allgemeinen Gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung in den letzten 300 Jahren zurückgeblieben sind? Hat er, mit Hilfe von Einflüsterern die Schuldigen für diesen kaum mehr einholbaren Vorsprung der westlichen, christlichen Gesellschaften, in den Amerikanern gefunden? Fühlte er sich als Auserwählter für Strafaktionen im Namen Gottes? Was treibt die jungen Araber nach Westeuropa? Ist es alleine die Flucht vor dem Bürgerkrieg? Ich glaube kaum. Wenn sie wirklich an die Überlegenheit ihres Glaubens und ihr gesellschaftliches System des Zusammenlebens glauben würden, würden sie dafür kämpfen und nicht flüchten. Sie flüchten in Wirklichkeit vor der Ausweglosigkeit des Gesellschaftsentwurfes des Islam und der unaufhaltsamen Rückständigkeit der Produktionsverhältnisse. Das Verschlafen der Industrialisierung, die Konzentration auf Bodenschätze in der Hand Weniger, lassen die jungen Leute mit dem Smartphone am Ohr und die Welt vor Augen verzweifeln. Automatisch fangen die Beine an zu Laufen und natürlich zu erst vor allem dahin wo man sie bewußt willkommen heißt. Schön dumm, wer das nicht wahr nimmt. Und die Attentäter? Die müssen nicht laufen. Die kommen mit schicken Wagen und Kalaschnikows für bereits 100 Euro zu haben und drücken ihren Neid und Frust über oben gesagtes auf andere Weise aus. Am besten man nimmt dazu Gott zu Hilfe, der begründet alles. Was sagte meine Mutter als unsere Schwester mit 4 Jahren 1944 an Diphtherie starb?: „Wem der liebe Gott am meisten liebt, den holt er zu erst.“

 

Freitag, 13. November 2015, heute ist mal der Kaiser dran, uns Beckenbauer. Er, bzw. sein Rechtsanwalt hat ja für heute eine Erklärung angekündigt, wenn ich das richtig gehört habe. Dem will ich vorgreifen. Ich habe gegoogelt und nichts über seinen gelernten Beruf gefunden, das ist auffällig. Ich glaube er war Briefträger nach der Grundschule. Hat eine sagenhafte Karriere mit und auch wegen dem ersten hauptamtlichen Manager Schwan im DFB, hingelegt. Ich vermute mal, daß man sehr wohl über die Vergabepraktiken der FIFA Bescheid wußte und deshalb bewußt einen Volksschüler als Chef des Bewerbungskomitee berief, für einen gelernten Rechtsanwalt wäre das viel zu heikel gewesen. Ich vermute mal, daß war dem „Kaiser“ nicht bewußt, hat er nun Kleider an oder nicht? Ich habe den Kommentar von Beckenbauer selbst, in seinem Auto von einem Reporter nach der WM aufgenommen, gesehen und gehört, wie er sinngemäß sagte: "Ja glaubt ihr denn das ging alles von selber, wenn man da nicht nachhilft?", und lachte dabei. Wenn ich Beckenbauer wäre würde ich sinngemäß folgendes sagen: Nehmt doch das Sommermärchen zurück, ihr Debben. Ihr habt es ersehnt und ich habe meinen Teil dazu beigetragen, daß es möglich wurde. Ich bereue nichts, denn ich hatte einen Auftrag, den ich erfüllt habe, zum Glück erfolgreich, was nicht einfach war. In diesem Auftrag hat nichts gestanden, das gewisse Regeln eingehalten werden mußten, ich mußte lediglich die Spielregeln zum Erfolg einhalten, wie ich das mein ganzes Fußballerleben getan hatte. Diesen Erfolg sollte ich wiederholen, was mir gelang. Wenn ich ein Foul begangen habe, hättet ihr sofort pfeifen müssen und nicht Jahre später, gesehen hattet ihr es ja alle. Da das Foul so lange her ist kann ich mich an nichts mehr erinnern. Für die rote Karte ist es ohnehin zu spät. Nun macht was ihr wollt. Schau mer mal. Im übrigen, ich rate zukünftig keinem jemals so eine Mission zu übernehmen, entweder er scheitert oder er landet hinter Gittern, mit einem Bein sitzt Du auf jeden Fall im Zuchthaus, wenn Du die üblichen Mittel zum Erfolg einsetzt, leider“. Nun bin ich, der Schreiber, auf die tatsächliche Erklärung gespannt.

 

Mittwoch, 11. November 2015, Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist tot. Ein Mann über den Parteien, zu seiner Zeit der beste CDU-Mann, deshalb mußte er auch gehen. Die SPD bringt immer wieder solche Männer raus, ähnlich Schröder, der bestgehaßte man in seiner Partei. Was mir gestern bei den vielen Kommentaren und Beiträgen durch den Kopf ging. Verkürzt wiedergegeben: Schmidt wollte ein Deutschland was mit seiner Stärke die anderen Länder mit seiner Überlegenheit und Besserwisserei nicht bevormunden und belehren soll – wie vor 70 Jahren – sondern seine Stärke nutzt um den Gemeinschaftsgeist innerhalb Europas zu stärken und den Zusammenhalt der Europäer zu fördern und zu stärken. - Als ich das mehrmals hörte erschrak ich, sind wir nicht gerade dabei die Besserwisserei zu wiederholen? Nur diesmal im Namen der Humanität und Menschlichkeit? 1932 war die Mehrheit auch der festen Überzeugung, daß sie das Richtige tat, von Ausnahmen natürlich abgesehen. Sind wir wieder dabei den Oberlehrer zu spielen und den Anderen einmal zu zeigen was Sache ist – nur mit dem Pendelausschlag nach der anderen Seite? Was bedeutet unsere Politik, wenn die Bürgerkriege in Afrika zunehmen und dort wieder „Völkermord“ passiert, wie sich das im Moment gerade abzeichnet. Müssen wir dann auch halb Afrika aufnehmen, wenn die Bundeskanzlerin nicht umfallen will? Können wir die deutsche Gutmenschen-Politik auch von den anderen Europäern verlangen? Ich bin gespannt und glaube eher nicht. (siehe Lichtenberg Startseite)


Mittwoch, 04. November 2015, das „kleine Schwarze“ wurde heute nach Plau am See, verkauft. Der neue Besitzer ist super glücklich, er hatte auch wirklich Glück, es gibt nämlich keine 2.4mR von Charger Composite in Deutschland zu kaufen, der Markt ist leer. Ich selbst behalte die „Weiße“ und versuche erst einmal damit klar zu kommen. Wenn mir es wirklich Spaß macht, kann ich dann immer noch auf eine Gelegenheit für dieses neue Modell warten. Erst einmal muß ich ein Lager des Ruderkokers reparieren oder austauschen, es hat Spiel. Eine Aufgabe für diesen Winter. Bei dieser Gelegenheit konnte ich mir Manches für den Aufbau meines Bootsanhängers abschauen, was mir eine große Hilfe ist. Das war also für Beide ein guter Tag, ist auch mal schön. 

 

Das Sommerhaus der Wölfe aus Leipzig im Millionenweg, Plau am See, von 1950 bis 2006

 

01. November 2015, die elegante schwarze 2.4mR hat ihren Käufer gefunden, sie wird nach Mecklenburg/Plau am See gehen, wenn alles glatt geht. Der kleine Schaden am Heck ist repariert, sie steht zur Abholung bereits unter dem Kran. Sie zieht in den Millionenweg, die ehemalige Heimat des Sommerhäuschens von Schwester Ursel und Schwager Erhard aus Leipzig, die dort in den Sommermonaten von 1950 bis 2005, fast 50 Jahre lang, ihre Urlaube verbrachten. In 2005 besuchten Kurt, Hedi und ich sie mit der "Molly" auf unserer Rundreise durch die Mecklenburgische Seenplatte. Die Welt ist ein Dorf. Der Plauer See ist das ideale Revier für eine 2.4mR-Yacht, ich freue mich für sie und werde sie sicher nächstes Jahr auf einer Regatta wiedersehen.

 

Donnerstag, 29. Oktober 2015, kann mich immer noch nicht richtig bewegen, es wird aber gaaaanz langsam besser, ohne Schmerzmittel geht gar nichts, habe aber auf eine Kapsel reduziert. Kann jeden Tag in den Club fahren, mache Kleinigkeiten am schwarzen 2.4mR zum Verkauf, habe einen ernsthaften Interessenten. Außerdem richte ich den neuen Anhänger für den weißen (Bj. 2006) 2.4mR, her.

Ich sehe mir nur noch mit Widerwillen die Nachrichten an, mich befällt ein Unbehagen. Wie soll das weiter gehen? Die Probleme der letzten 20 Jahre kommen mir regelrecht lächerlich vor, wenn ich diese Zahlen und die Massen der frierenden Flüchtlinge sehe – und die meisten wollen nach Deutschland zu Mutti. Gibt es einen Ausweg, Lösung? Können (wir) Gutmenschen gut regieren? Wie sehen die aus, die Grenzen aufzeigen, war das alles so voraussehbar? Ist Österreich nur einfach konsequent, wenn es nach Deutschland durchwinkt, denn dort sind sie ja willkommen, die Flüchtlinge. Wir alle haben diese Massen unterschätzt. Aber, hat denn Deutschland keine Möglichkeiten die Flüchtlingsströme über die bekannten Routen zu analysieren und sich vorzubereiten? Oder glaubt man, daß sich die Menschen vor den Grenzen in Luft auflösen? Oder müssen wir eine "Mutti" nach Österreich exportieren? Etwas so hilfloses und überfordertes wie im Moment, habe ich noch nicht erlebt, das macht unsicher. Man muß sich regelrecht gegen das aufkommende Gefühl nach einer starken Persönlichkeit stemmen, die uns eine Patentlösung anbietet, leider. Der Karren steckt im Dreck, (wie auch die Flüchtlinge) mal sehen wer ihn wieder rauszieht. Wir können nicht für die nächsten unabsehbaren Jahre unsere Turnhallen mit Flüchtlingen belegen, das wird der „Willkommenskultur“ den Garaus machen. Wollen wir auf die Schnelle Getto´s in den Vorstätten bauen, wie in Frankreich? Oder wo soll der Wohnraum entstehen, der die Syrer usw. integrativ in einheimische Wohnviertel verteilt? Für vermutlich über eine Million Menschen, die dann noch ihre Familien nachholen? Nun ist Schluss, ich bekomme Angst.

 

Mittwoch, 21. Oktober 2015, kann mich nur mit Schmerztabletten aufrecht halten. Bin gestern Nachmittag auf einer dicht liegenden Eichelschicht im Clubgelände, wie auf Rollschuhen, ausgerutscht und rückwärts flach auf den Rücken geknallt. Wollte den Bootsanhänger rückwärts ziehen. An der Wirbelsäule scheint nichts zu sein, nur die umliegenden Weichteile sind geprellt. Konnte erst einmal weiter arbeiten, es wurde aber immer schlimmer. Nur im liegen keine Schmerzen. Seit heute Morgen nehme ich Schmerztabletten, damit kann man es aushalten und ich kann wieder laufen. Die Schmerzen gehen direkt über der Gürtellinie über die ganze Breite. An den Wirbeln habe ich keine Schmerzen. Nun, das muß also auch einmal sein. Für die schwarze 2.4mR habe ich ich die ersten Anfragen. Das passt, will ohnehin lieber das weiße Boot behalten. Immer mehr Eigner haben Fraude an der 2.4mR als Zweitboot. Siehe Galerie auf der Seite 2.4mR.

In Bad Soden haben sie die Hasselgrundhalle als Flüchtlingslager umgebaut. Vorgestern brachten sie 170 Flüchtlinge, gestern waren es nur noch 50. Der Rest ist verschwunden. Ein Taxifahrer berichtete von Fahrten an die holländische Grenze, Geld ist vorhanden. Na also, vielleicht klappt die Verteilung besser als befürchtet.

Sonntag, 18. Oktober 2015, bin jetzt bereits wieder eine Woche aus Finnland zurück. Tolle Reise, tolles Wetter, tolle 2.4mR-Yachten. Habe mich dann in Naantali, 200 km nordwestlich von Helsinki, hinter Turku, vor Ort noch umentschieden. Eine Strecke ca. 3.000 km, davon ca. 1.300 sm mit der Autofähre „Finnline“, sehr komfortabel, Kabinenpflicht, eine Reise mit der Fähre ca. 60 Stunden, Geschwindigkeit im Durchschnitt 22 kn. Die preiswerte, restaurierte 2.4mR-Yacht (Bj.1995) entsprach dann doch nicht meinen Vorstellungen, gleichzeitig wurde ein jüngeres, natürlich bedeutend teures, Boot (Bj. 2010) angeboten, für das ich mich dann letztlich entschieden habe. Natürlich hatte ich nicht genügend Geld dabei, die Bezahlerei über den Geldautomaten wurde zum Abenteuer und führte, wegen Überschreitung des Limits, zu einer Wochensperre. Bruder Kurt mußte dann die Sprit- und Nebenkosten für die Rückreise aus den Automaten ziehen. Die finnische Sprache ist in keiner Weise für uns abzuleiten. Wir fühlten uns als Analphabeten. Nach anfänglichen Mucken funktionierte mein preiswertes Navi doch sehr gut und führte uns bei der Hinfahrt gut auf dem dritten Ring zur Autobahn Richtung Turku. Die Rückfahrt bei Nacht war da wesentlich schwieriger, fanden aber den Port am Ende des dritten Ringes nachdem wir einmal falsch abgebogen waren. Nachts in einer fremden Stadt, mit einem Gespann von ca. 10 Meter, ein Hotel zu finden ist schwierig. Deshalb komplettierten wir das Abenteuer mit einer Übernachtung im Auto. Außentemperatur 0,0 Grad. Alle Stunde Motor an und aufwärmen. Morgens direkt am Check-In In eine komfortable Kantine der „Finnline“, für 10,- Euro/Person Frühstück satt. Abfahrt nach Travemünde erst 17 Uhr. Deshalb nutzten wir die Zeit für eine Stadtbesichtigung in Helsinki, eine Stunde bis zum Centrum mit Bus und Straßenbahn. Sehr kalt, sehr kalter Wind. Eine Stunde Spaziergang im Centrum, dann wieder zurück. Am Check In trafen wir zwei Ingenieur-Studenten die mit einem 10 m langem „Doppelzweier Ruderboot“ gerade durch den Götakanal kamen und nun wieder auf dem Weg nach Hause, nach Lübeck Schwartau, waren, unglaublich, wunderbare junge Leute. Alle Schleusen, 46 Stck, mußten sie mit dem Boot umgehen! Schleusen ist für Ruderboote verboten. Sie waren 4 Wochen unterwegs. Wenn wir in Travemünde gegen 21:30 Uhr ankommen, werden sie den Rest nach Schwartau in Ihrem Boot zurücklegen, ca. 2 Stunden sagen sie, einer davon in kurzen Hosen, bei 8 Grad C. Für den Landtransport hatten sie ein Fahrrad und einen einachsigen kleinen Auflieger hergerichtet, was sie auf dem Boot huckepack nehmen. Heute nun nichts politisches mehr, das verdirbt uns die Stimmung.

 

Sonnabend, 03. Oktober, Tag der Deutschen Einheit. Gut, daß wir mal einen Tag lang von den Flüchtlingsströmen abgelenkt werden. Langsam kommt mir die Frage des Zusammenwachsens etwas abgedroschen und in Bezug auf die Neuankömmlinge sogar etwas lächerlich vor. Immer wieder die Ewiggestrigen aus den neuen Bundesländern nach ihren Befindlichkeiten auszufragen und verwundert zu tun, wenn sie sich nun doch langsam an die Unsicherheiten einer Demokratie gewöhnen, ist lächerlich. Besonders im Angesicht der bevorstehenden ungeheueren Anpassungsproblemen der zuströmenden jungen Moslems. Sie dürfen keine Christin heiraten, sie dürfen die Religionszugehörigkeit nicht wechseln, vom Schweinefleisch in den Kantinen ganz abgesehen. Wissen diese jungen Leute auf was sie sich bei Mama Merkel eingelassen haben und auf welches Land sie sich gefreut haben? Strahlt die Parole: „Wir schaffen das!“ genügend Motivation zur Bewältigung der menschlichen und religiösen Probleme aus oder bezog sie sich in der Hauptsache auf die erforderlichen finanziellen Mittel? Kein Mensch hatte diese Menschenmassen im Visier. Natürlich hatte der s.g. Geheimdienst das auch nicht im Blickfeld und selbst wenn, hätte man ihn damit ernst genommen? Mit welcher Naivität, besser Dummheit, auch höchstbezahlte Manager, das Tagesgeschäft abwickeln, sieht man ja auch bei VW. Und wir fallen auch noch darauf rein, daß Vorstandsvorsitzende und Kollegen davon nichts gewußt haben. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig hat natürlich die Ermittlungen eingestellt, weil sonst auch das Land, sitzt ja im Aufsichtsrat, ev. mit betroffen sein könnte. Die Trennung von legislative und exekutive steht natürlich nur auf dem Papier, wenn es peinlich werden könnte oder ist willkommen weil parteipolitisch opportun.

Am Montag fahre ich nach Finnland um zwei Migranten (2.4mR) abzuholen, mal sehen ob die sich in Deutschland wohl fühlen werden.

 

Sonntag, 27. September 2015, wunderbares Segelwetter und ich bin bei der „Blechdippe-Regatta“ im Schwimmclub Niederrad nicht dabei. Die letzten zwei Jahre hatten wir den „Blechdippe“ gewonnen, dieses Jahr geht er vermutlich wieder nach Offenbach in die Undine. Wir haben dieses mal vom FYC nur Jollen am Start, die Kreuzer und Offenen Kielboote schwächeln. Ein Generationen-Problem.

VW-Skandal. Für mich zeichnet sich immer mehr ab, daß das eher ein Deutscher Skandal ist, VW ist nur der Aufhänger. Jeder hat im Prinzip gewußt, daß diese Prüfungen ein Witz sind und lediglich ein Feigenblatt für die Schlüsselindustrie Automobile. Beispiel: Ich habe in meinem Omega nachträglich für ca. Euro 1.200,- nachträglich einen Kathalysator einbauen lassen, um in die Stadt fahren zu können, grüne Plakette. Trotzdem habe ich aller halbes Jahr eine halbe Schaufel Ruß hinter dem Auspuff in der Garage aufkehren müssen. Das ist zwar nicht unmittelbar der CO2 Ausstoß, hängt aber damit zusammen. Bosch hat also diese Elektronik/Programm geliefert, VW wurde bereits seit 2007 mehrmals schriftlich auf die versteckten Möglichkeiten hingewiesen. Ich gehe davon aus, daß es alle gewußt haben, einschließlich des TÜV und alle vorgelagerten Institutionen. Nur, man hat das alles als ganz normal angesehen (wie wir alle), die KFZ-Branche ist in Deutschland unangreifbar. Selbst jetzt noch, scheint man eher beleidigt statt dankbar, für diese Aufklärung zu sein. (… wir wurden wieder einmal gegen unseren Willen befreit). Siehe Geschwindigkeitsbeschränkung, das wäre nämlich schon 50% der Lösung.

 

Donnerstag, 24. September 2015, Winterkorn, Winterkorn, – wer spricht eigentlich von Ferdinand Pietch? Es scheint mir undenkbar, daß das alles ohne den großen Pietch vonstatten gegangen ist. So eine Entwicklung dauert Jahre, bis das klappt und ohne den großen Lenker ist in den letzten 20 Jahren gar nichts gegangen. Von ihm hört man auch gar nichts. Im übrigen, ich war selbst ca. 5 Jahre als Leiter einer Marketing-Abteilungin den wöchentlichen Besprechungen der Geschäftsleitung, das sind in der Regel reine Männerrunden. Trixen und prahlen ist da an der Tagesordnung. Mir kann niemand erzählen, daß diese Trixereien nicht ein genüsslicher Gesprächsstoff bis in die höchsten Kreise üblich war. In Deutschland, wo die Politiker den erfolgreichen Managern aus der Hand fressen, kein Problem, Amerika hatten die cleveren Jungs ganz einfach vergessen. So einfach ist das. - „Sich keiner Schuld bewußt sein“ ist lächerlich und zielt auf den Erhalt seiner nicht kleinen Pension.

 

Mittwoch, 23. September 2015, es geht Schlag auf Schlag. Flüchtlinge fluten Deutschland, Haferkorn mit seinen Managern entpuppen sich als riesige Dilettanten und setzen zig Milliarden in den Sand und dann noch Herbstanfang, der kann allerdings noch sehr schöne Tage bringen, was man von den Erstgenannten nicht erwarten kann. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel!“ Diese Id.... versuchen tatsächlich die Amerikaner hinters Licht zu führen, sie glauben tatsächlich, daß in Amerika das Gleiche möglich ist wie in Deutschland, wo ein Bundesland Mitinhaber von VW ist und mit im Aufsichtsrat sitzt, im Kreise dieser Dilettanten. Ich bin gespannt ob man nun wieder behauptet, daß man von allem nichts gewußt hat. Man ringt nun um die Zurückgewinnung der Glaubwürdigkeit, wie peinlich, das gelingt ohnehin nicht. Wie wäre es, wenn man einfach sagt: „Pech gehabt, wir zahlen und machen weiter, alles Andere glaubt uns sowieso keiner“. Das wäre selbstbewußt und ehrlich. So wie die Amerikaner beim Spionieren, vielleicht würde das wenigstens Respekt erzeugen. Zusammengefaßt: Das Management weiß nicht was es tut. Sie haben vermutlich nur aus Dummheit versehentlich geschummelt, ohne die Folgen zu bedenken. Seit einem Jahr fragen die US-Behörden bei VW nach was da los ist. Und noch immer haben sie keine Antwort. Der Plan B hätte doch von Anfang an, oder spätestens im laufe des Jahres, vorliegen müssen. Was für ein Kaotenhaufen ist das eigentlich. Vermutlich würde alles viel besser laufen, wenn man den ganzen Vorstand und die Aufsichtsräte abschaffen und die Führung dem mittleren Management, die ohnehin die meiste Arbeit machen, überlassen würde. Das würde sehr viel Geld sparen und man wüßte von vorneherein, daß niemand verantwortlich ist.

 

Montag, 21. September 2015, gestern Abend nach unserer Herbstregatta im FYC las ich den Leitartikel des Spiegel Nr.36/2015, „Wettbewerb um Flüchtlinge“. Hier wurde eine der praktischen Möglichkeit aufgezeigt wie man an Problemlösungen herangehen kann. Nur den Kern möchte ich zitieren: “ können wir eine Win-win-Situation herstellen? Wir könnten. Dafür müssten wir die Flüchtlinge nicht mehr als Belastung definieren, die möglichst gleichmäßig und unauffällig über die Republik verteilt werden muß. Sondern als Gruppe, die höchst willkommen ist in unserem Land, das Zuzügler braucht. Wir müssen sie als Mitbürger begrüßen. (Man könnte fast annehmen der Schreiber hätte meinen Beitrag gelesen) Das können wir ins Werk setzen, indem wir aus dem Passivmodus in den aktiven übergehen: Ähnlich dem Verfahren, in dem das Unesco - Welterbe bestimmt wird, schreibt die Regierung einen Wettbewerb aus. Gemeinden können sich um die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen bewerben. Sie legen Pläne vor zur Unterbringung und Versorgung, Bildung und Arbeitsplätzen. Sie erhalten im Gegenzug ein Höchstmaß an Förderung, bürokratisch, logistisch und finanziell. Sodaß nun endlich das neue Schwimmbad gebaut, das Krankenhaus erweitert und das Seniorenzentrum erweitert werden kann. So daß aus einer siechenden Kleinstadt im Harz, Saarland und in Franken ein wachsendes Gemeinwesen wird – in dem Menschen zusammenkommen, die in ihren guten Ressourcen angesprochen sind. Nicht im Aushalten, Hinnehmen und Durchwursteln, sondern in ihrer Initiative, ihrem guten Willen und ihrer Produktivität auf der einen – und in ihrem Selbstbewußtsein als gewünschte und gebrauchte auf der anderen Seite.“ In dem Zusammenhang muß ich auch an die französischen Protestanten, Hugenotten im 16. Jahrhundert denken. Kluge Fürsten unterstützten diese Flüchtlinge in Deutschland in dem sie ihnen ganze Dörfer und Kleinstädte bauten. Mit riesigem wirtschaftlichem Erfolg.


Das ist nicht unser Gespann, aber so ähnlich wird es aussehen.

 

Freitag, 18. September 2015, habe mich die letzten Tage zurückgehalten, war sehr verunsichert über die Bilder flüchtender Menschen, angeblich die meisten nach Deutschland. Nach den Syrern und Afghanen sind die Albaner die drittgrößte Gruppe. Ist das eine Katastrophe? Noch einmal: wir sind 510 Millionen Einwohner in der EU, 5 Millionen Flüchtlinge bzw. Einwanderer sind erst 1% der Einheimischen, wenn alle mitmachen würden. Ist das zu viel? Was bedeutet diese Uneinigkeit für die EU. Ich hatte schon immer geschrieben, daß sich die EU erst nach einer großen Krise (wenn auch nur herbeigeredet) entweder verschweiß oder neu Ordnet. Nun haben wir vielleicht so etwas ähnliches, jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen, hoffentlich. Jetzt hätte die EU die Chance sich zu verkleinern/zu teilen und mit einem harten Kern, der ohnehin die größte Last trägt, neu anzufangen. Oder ist das wieder nur ein, für einen Moment hochgespieltes, Medienspektakel? Ich bin mir nicht sicher. Wie schnell war Griechenland vergessen. Seit Wochen kam heute das erste mal wieder Griechenland in den Nachrichten, wegen der Wahl am Sonntag. Schon heute ist fast sicher, daß dort keine Mehrheiten zustande kommen werden. Es geht dort weiter wie bisher, die Gläubiger zahlen, auch hier scheut man sich vor >dem Ende mit Schrecken, eben lieber ein Schrecken ohne Ende<. Daß Deutschland die Last mit drei vier Anderen alleine tragen wird und auf die Dauer die Verweigerer weiterhin subventioniert ist eigentlich nicht vorstellbar, ich denke mal auch für die nicht die sich jetzt quer stellen.

Und wie ist es weiter gegangen mit der 2.4mR Yacht? Ich habe nun die Fähre nach Helsinki, von Travemünde aus, gebucht und drei Schiffe zur Wahl, zwei kann ich mit nach Hause nehmen. Das zweite Boot soll die Transportkosten halbieren, fast Euro 2.000,-, incl. Fähre, Benzin und Übernachtung. Mein Bruder aus Großenheidorn wird mich begleiten. Für den Transport selbst bekomme ich einen PKW-Pritschen-Anhänger. Das ist kein Problem, die Boote sind nicht breiter als 80 cm und ca. 1,30 m hoch, Länge 4,20 m. Wir betrachten das auch gleichzeitig als ein altersgerechtes Abenteuer mit Besichtigung von Helsinki, Die Boote liegen in dem noch einmal 200 km nördlich liegendem Naantali. Vielleicht hätte ich den Transport auch mit einem Container durchführen lassen können. Was vielleicht etwas preiswerter geworden wäre. Ich wollte jedoch die Boote vor dem Verladen auch begutachten.

2.4mR-Yacht (hier) aus Finnland. In Finnland und Schweden werden meisten dieser Meterklasse-Yachten gesegelt. Dieses Einmann-Offene-Kielboot ist weltweit verbreitet, mit Landes- und Weltweisterschaften. Länge 4,2 m, Breite 0,85 m, Tiefgang 1 m, Verdrängung 260 kg, Segelfläche ca. 7 qm, ohne Spinnaker. 

 

Sonnabend, 12. September 2015, beinahe wäre ich/wir Besitzer einer 2.4mR-Yacht geworden. Bitte Googeln, dann wißt ihr Bescheid. Es kam aber ein Rohrbruch in der Kaltwasserleitung unserer Wohnung dazwischen der uns auf einige Wochen, incl. Trocknung, nun beschäftigt.

Die Berichte über die Flüchtlingsströme machen nun wirklich nervös, wie soll das weiter gehen? Bei diesen Gedanken geht mir schon länger durch den Kopf, warum mich bei dunkelhäutigen Menschen ein unbestimmtes, auch ängstliches oder mehr auf Abstand haltendes Gefühl beschleicht. Ich muß dann bewußt meinen Verstand einschalten um das zu unterdrücken. Das wurde mir vor kurzem sehr bewußt, als unser Präsident Gauck von einer dunklen Seite Deutschlands gesprochen hat, er zielte auf Ausländerfeindlichkeit ab. Ist das Dunkle automatisch böse? Freuen wir uns über einen dunklen Fleck in der Hose? Hedi bestimmt nicht. Alles Dunkle macht uns unsicher und angst, wer geht gerne in dunkler Nacht spazieren? Sehen wir dunkelhäutige Menschen in der Nacht? Das alles läuft im Unbewußten ab, wir registrieren das gar nicht. S. g. einfach gestrickte Menschen lassen ihren Gefühlen freien Lauf und artikulieren nur das was sie fühlen. Warum haben es Dunkelhäutige viele schwerer eine Wohnung zu mieten? Kann man das mit einem Hebel umlegen? Warum haben junge, meist gebildete Menschen damit fast keine Probleme? Ich glaube, daß sich das auf breiter Front erst legen wird, wenn sich durch eine Durchmischung die Hautfarben so angenähert haben, daß die Unterschiede unbedeutend werden. Das wird allerdings einige hundert Jahre dauern. Bis dahin werden es die Dunkleren schwer haben oder es explodiert. Ist es ein Zufall, daß hellhäutige flüchtige Syrer (auch noch Moslems) so freundlich und mit Beifall zu zigtausend aufgenommen werden? Hätten wir Dunkelhäutige genau so empfangen? In Italien hat das Fernsehen das nicht gefilmt.

Alles kein schönes Thema, aber wir kommen da nicht vorbei. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man es spannend finden, wie wir da wieder herauskommen. Ob man Deutschland damit alleine läßt?

Die kommende Woche will ich mich wieder dem Problem 2.4mR-Yacht widmen.

 

Sonnabend, 05. September 2015, ähnliche Einschätzungen zur Einwanderungswelle höre ich nun auch in den Medien. Deutschkenntnisse, warum schaut man da nicht nach England? Die produzieren Englichsprecher am Fließband, habe ich selbst in Folkestone erlebt. Laßt doch die privaten Schulen ran und subventioniert den Unterricht. "In jede Flüchtlingsunterkunft ein Sprachlabor", heiß die Devise! Die sind schon in einfacher Form für unter 100 Euro in jeder Buchhandlung zu bekommen. Wir würden den deutschen Sprachraum stärken, in der EU mehr Gewicht bekommen und was das Wichtigste ist: Der nahe Osten wird sich erholen, das steht so fest wie das Amen in der Kirche. Dann hätten wir im nahen Osten mit den vielen Deutschkenntnissen der Rückkehrer beide Beine in den Türen. Langfristig denken, das ist die Devise. Den Ungarn wird ihre opportunistische Politik noch schwer auf die Füße fallen, auch wenn sie jetzt noch vom Volk unterstützt wird.

 

Donnerstag, 03. September 2015, wir werden überrannt (? ist eine gefährliche Bezeichnung! aber wie soll man es sonst nennen?), ob wir das wollen oder nicht. Da helfen auch keine Zäune, noch nirgends haben sie geholfen. Selbst ich bin sprachlos, der zu allem glaubt etwas sagen zu müssen. Dennoch, ich versuche das Unmögliche. Angenommen wir würden alle Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten im nahen Osten aufnehmen. Nicht die Balkanesen, die müssen zurück, was sie selbst auch genau wissen. Also, das sind schätzungsweise vier bis sechs Millionen, sagen wir sechs. Die EU hat ca. 507 Millionen Einwohner. Sechs Millionen sind demnach ca. 0,9% der EU- Bevölkerung. Ist das in Wirklichkeit nicht ein Klacks? (Offenbach hat ca. 30%) Wäre das zu viel? Wäre nicht sogar eine Auffrischung der verkrusteten europäischen Gene zu begrüßen? Dazu gestern ein interessanter Beitrag im hr2. Die sprichwörtliche orientalische Gastfreundschaft hat folgenden Hintergrund: Man will den Fremden, Unbekannten so eng umarmen und einbinden wie möglich, daß er aus dieser Falle nicht mehr heraus kann und damit potentiell ungefährlicher wird, er fühlt sich aufgenommen und sieht sich sogar in einer dankbaren Verpflichtung. Die Fremden also, durch Ablehnung und Ausgrenzung, nicht noch fremder und gefährlicher zu machen als sie schon sind. Könnte man so eine Grundhaltung, und die müßte es ja im ganzen Volk geben, in Europa entwickeln? Ich glaube eher nicht. Aber das wäre wohl die klügste und schlaueste Herangehensweise. Vermutlich meint man genau das mit der s. g. „Willkommenskultur“. In Amerika hat man ja das gleiche Problem mit den Latinos. Die werden von weißen Konservativen abgelehnt und gehaßt. Sie werden aber, die Latinos, in wenigen Jahren bereits die Mehrheit der Wähler stellen. Die Konservativen rennen also gegen eine lebendige Wand, die sie letztlich selbst niederwalzen wird, oder es wird vorher ein Apartheit-Regime eingeführt.

 

Montag, 31. August 2015. Das Geschwistertreffen in Bad Soden ist beendet. Die Teilnehmer sind wieder gut in Leipzig, Wunstorf und Mesel gelandet. Der Schweizer macht noch einen Umweg über die Mosel, bis er nach Süden abbiegt. Für Hedi waren es anstrengende aber schöne Tage, wie das eben so ist, wenn mehrtägigen Besuch hat und zweimal die Bude zum Vesper voll ist.

Immer noch bekomme ich Post von Clubkameraden wegen dem Verlust der "Partout" an den Mattsee. Es ist schwer den Verkauf plausibel zu machen. Aber vielleicht kann man das so beschreiben:

Ich bin über 22.000 sm mit ganz verschiedenen Booten gesegelt, da tritt eine gewisse Sättigung ein. Außerdem habe ich genau so gerne gesegelt wie gebaut. Ich bedauere es jetzt eigentlich mehr, daß ich mit meinem rechten Arm und den Augen (Makula) nicht mehr bauen kann, ich getraue es mir nicht mehr. Ein tolles Objekt liegt in der Schweiz und ich getraue mich nicht mehr dran; das ist fast schlimmer, als nicht mehr segeln. Aber: "Geteiltes Leid ist halbes Leid" ... und schon ist es nur noch halb so schlimm. Du siehst, man muß nur die richtige Entschuldigung finden. Zur Bodenseewoche war ich von 10 bis 18 Uhr für drei Wettfahrten an drei Tagen auf dem Wasser, mit einem glichaltrigen Vorschoter. Das war ein guter Test für unsere Lesitungsfähigkeit und ein Wink mit dem Zaunspfahl. Normalerweise nehme ich meistens einen kleinen Preis mit. Dieses Mal für die längste Anreise, nicht für eine leistungsfähige Mannschaft, ... am Boot hat es bestimmt nicht gelegen. Das sagt doch schon einiges.

Der neue und der alte Eigner der "Partout", hier:  >german classics< vor Laboe auf der Kieler Förde 2013.

 

Dienstag, 25. August 2015, es ging überraschend schnell, der neue Eigner der „Partout“ heißt Gernot, stammt aus einer Seglerfamilie in Bregenz und wird sie am Mattsee bei Salzburg, segeln. Ein Revier für das die „Partout“ von Henry Copponex konstruiert wurde. Sie hat dort auch eine jüngere Schwester, ganz moderner Riss, mit der sie sicher bald Bekanntschaft machen wird. Gernot hatte ja die „Partout“ bereits 2013 bei den „german classics“ als Vorschoter kennen gelernt, hat sie auch dort selbst gesegelt, und war seit dem begeistert von ihr, wie er mir jetzt erzählte. Auch hat er alle Aktivitäten auf der Homepage verfolgt und war deshalb so schnell am Ball. Wir (Hedi und ich) brachten die "Partout" am Samstag selbst an den Mattsee, um beim Kranen und dem ersten Schlag auf dem See noch einige spezielle Tipps geben zu können. Die Partout ist in absolut kompetenten Händen gelandet, die ganze Familie segelt von Kindesbeinen an, der Vater, extra vom Bregenz angereist, segelt seit 30 Jahren einen 30qm Schärenkreuzer, eine Reimers-Konstruktion, der Bruder segelt in der Yngling-Klasse in der Weltspitze. Die „Partout“, 15m2-SNS, ex: >Passepartout< / >White Fox<, Schweizer Meister 1963, ist nun in einem Revier gelandet für das sie konstruiert wurde, als Binnenracer. Der neue Eigner wird für sie eine Herausforderung sein, nun muß sie wirklich zeigen was in ihr steckt.

Und wie geht es dem bisherigen Eigner und Restaurateur, der der sehr viel Herzblut und Geld investiert hat? Er weiß es selbst nicht richtig und muß das erst einmal verdauen. Es ging zu schnell. Innerhalb einer Woche war alles abgewickelt, er kam nicht zum Nachdenken. Eigentlich sollte die Anzeige im FKY nur ein Test sein. Kann man so etwas überhaupt verkaufen und wenn, dann wird das sicher ein Jahr dauern. Er hatte es also nicht eilig. Außerdem hatte er schon länger mit einer noch kleineren Ausgabe einer Meter-Yacht geliebäugelt, der 2.4mR-Yacht. Die man wirklich alleine, denn dafür konstruiert, segeln kann und muß! Alles ist kleiner, leichter, handiger. (Alter, Schulter, Augen usw.) Aber das Gefühl: „Schnellzug im Schneesturm“ ist das gleiche. In Wiesbaden-Schierstein liegt so ein Boots-Typ, mal sehen (er hat zwei davon). Jetzt bleibt ihm, dem Zurückbleibenden, erst einmal ein mulmiges Gefühl; der einzige Trost ist, daß die „Partout“ in sehr gute Hände geraten ist.


Freitag, 07. August 2015, wieder einmal eine Cesur. Habe heute die „Partout“ beim >Freundeskreis Klassischer Yachten< zum Verkauf angeboten. Habe mit der Schulter solche Probleme, es soll Monate dauern, daß ich Nägel mit Köpfen machen will. Ganz aufhören kann ich natürlich nicht, vielleicht was kleineres, mal sehen. Aber erst muß verkauft werden. Natürlich bekomme ich bei weitem nicht das wieder zurück was ich für die Restauration ausgegeben habe, der Spaß war teuer aber es hat sich gelohnt. Der neue Eigner bekommt ein über komplett ausgestattetes Boot und wird seinen Spaß daran haben.

 

Montag, 03. August 2015, schon wieder stehen uns Hundstage mit bis zu 37° im Schatten bevor. Was wir mit der Durchschnitts-Temperatur diese Jahr? Die Amerikaner und Franzosen wollen nun auch auch aus der Atomindustrie. Hatte die Merkel recht. Sie geht nun auf die absolute Mehrheit bei den Sonntagsfragen zu.

Ich behandele immer nur allgemeine politische und gesellschaftliche Fragen in diesem Tagebuch. Meine täglichen Problemchen halte ich für so lapidar, daß ich mich nicht darüber zu schreiben wage. Habe gerade Tagebücher von Ofizziersanwärtern im letzten Kriegsjahr April bis Mai 1945 gelesen. Man spricht dort von Bombenterror der Alliierten auf deutsche Städte ?!. Von deutschem Terror im Krieg wurde natürlich nichts geschrieben. Die Russen standen an der Oder, die Amerikaner in Freiburg und noch immer mußten die 18 jährigen an den Sieg glauben und wurden von Stralsund aus nach Berlin zum Verteidigen der Führerquartiers geflogen. Nur wenige kamen an. Wer in der Stube auch nur über eine Niederlage diskutierte wurde sofort abgeholt. Und da muß ich bereits wieder an Griechenland und die Wundergläubigkeit denken. Obwohl alle wissen, daß Griechenland nicht mehr zu retten ist, sie müssen bereits alle Vereinbarungen wieder über den Haufen werfen weil die Zeit nicht langt, predigt man weiter den Erfolg der Mißerfolge. Die nackten Tatsachen berühren niemanden, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Hier sind unglaubliche Überhöhungen im Spiel, „fällt Griechenland, fällt der Euro“. So ein Blödsinn. Die pure Angst vor Schuldzuweisungen und die Last der jüngsten deutschen Geschichte.

Heute in der ersten Krankengymnastik wegen meiner rechten Schulter. Hoffentlich Entwarnung! Er stellte eine Entzündung eines Innenmuskels/Sehne fest, den Namen konnte ich mir nicht merken. Deshalb half auch die Kortisonspritze relativ schnell und brachte eine Erleichterung.

 

Sommerfest im DSC

Sonntag, 26. Juli 2015, es geht weiter mit der EZ, jedenfalls vorläufig. Ich bin davon überzeugt (unter dem Motto: Ich weiß, daß ich nichts weiß), daß keiner der Politiker an einen Erfolg glaubt, aber alle auf Optimismus machen. Was wollen sie auch anderes machen? Das vierte Paket kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Es gibt für mich nur einen einzigen Hoffnungsschimmer: der Umbau der EU bzw. EZ, der nun erzwungen wird, sonst bricht das auseinander.

Wir waren zwei Wochen am Ammersee, mit der “Partout“ zu Gast beim >DSC Diessener Segelclub<. Sehr angenehme und hilfsbereite Mitglieder mit einem sehr schönem großen und anspruchsvollen Einrichtungen. Die Bewirtschaftung erfolgt in Eigenhilfe mit Getränkeautomat. Eine sehr anspruchsvolle neue große Küche steht zur Selbstbewirtschaftung jedem Mitglied offen. Haben tolle Tage verbracht, konnte eine Clubregatta mitseglen. Bin ohne Vorschoter auf einem mittleren Platz von 25 Booten gelandet. Seit ca. sechs Wochen hatte sich eine Artrose im rechten Schultergelenk bemerkbar gemacht, die von Tag zu Tag, trotz vorheriger Spritzenkur, verschlimmerte. Dazu immer über 30 Grad im Schatten. Deshalb kürzten wir den Aufenthalt um zwei Tage und waren am Donnerstag wieder zurück. Nun haben sich die Temperaturen etwas abgekühlt, wir fühlen uns wohler.

Gestern nachmittag feierte der Fahrtensegler Club Königstein sein Sommerfest in Offenbach als Gast bei der Undine. Anläßlich seines 25jährigen Bestehens bekam ich neben Anderen eine Ehrennadel in Gold, für die Verdienste als Gründungsmitglied, ans Revers gesteckt. Was uns bei der mäßig besuchten Veranstaltung (Wetter?) nicht gefallen hat, war die verlotterte Kleiderordnung. Der Vorsitzende der Undine war im Blaumann angetreten. Kein Wunder wenn die Teilnahme zu wünschen übrig läßt. Kleider machen eben Leute, auch heute noch.

Habe eine Biographie von Marion Dönhoff, „die Gräfin“ (siehe auch >... gelesen<) mit im Urlaub gehabt, als Lektüre im Schatten auf der Terrasse. Von 560 Seiten bereits über 300 fast durch geschmökert. Hoch interessant. Die Entwicklung des dritten Reiches, das Leben des Adels und dessen zwielichtige Rolle bei der Entwicklung und Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideologie mit den Rassengesetzen, in der Weimarer Republik. Obwohl sachlich, dennoch spannend, jedenfalls für mich. Mir wird immer klarer und verständlicher, warum es zu dieser katastrophalen Entwicklung in Deutschland kommen konnte.

 

Freitag, 10. Juli 2015, in meiner Naivität kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen wie das mit der Eurozone und der EU nun weiter gehen soll. Wenn es ein Land das so auf die Spitze treibt wie Griechenland, wann folgen die anderen Länder? Tsipras schlägt nun Reformen vor, die er gerade erst mit 60% hat ablehnen lassen! Muß man Kommunist sein um seine Anhänger so betrügen zu können? Alles wird unter Demokratie verkauft, die man selbst erfunden hat und deshalb auch selbst interpretieren darf. Alle Anderen sind ohnehin nur Nachahmer die keine Ahnung von Demokratie und deren Auslegung haben. Man muß nun nicht nur Tsipras für Schizophren halten (Das Wort „Schizophrenie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt etwa „Spaltung der Seele“.) sondern das ganze Volk. Die Eurozone wird wegen der geopolitischen Lage Griechenlands erpreßt, was schwerwiegende Folgen für die gesamte EU haben wird. Es liest sich sicher so, als ob ich generell für den Austritt Griechenlands wäre, das ist nicht der Fall. Ich bin ja auch für einen vernünftigen Lastenausgleich bei den Bundesländern, um zu große Verzerrungen zu vermeiden. Es geht um diese unverschämte Art und Weise wie diese Kommunisten die EZ wegen einem angestrebten Systemwechsels an die Wand fahren wollen. Sie wollen eine andere, sozialistischere EU, (was sie ja ganz offen sagen) bei dem alle Mittel recht sind. Schlagt den Kapitalismus mit den eigenen Waffen, hatte Lenin schon gesagt. Das hat Folgen und ruft Nachahmer auf den Plan. Eine Entwicklung zu den Extremen. rechts und links bekommt Zulauf, die Mitte wird zerquetscht, wie in der Weimarer Republik. Wiederholt sich die Geschichte?

 

Montag 06. Juli 2015, Terroristen müssen bestraft werden, lebenslänglich, wenn auch nicht im Knast, so doch zur Zahlung. Ich habe falsch getippt aber richtig gehofft. Beim Nein müssen die Karten auf den Tisch gelegt werden, ich vermute mal die Griechen mit Tsipras haben gewonnen, Frechheit siegt. Nicht, daß ich die Rettung nicht wollte, um Gottes Willen, nur die Form der Durchsetzung ist katastrophal. Wenn das Schule macht, haben wir in jedem Jahr eine Volksabstimmung, der sich die anderen EU-Staaten beugen müssen. Was die gewählten Vertreter aushandeln hat keine Bedeutung mehr. Ich kann jetzt nur empfehlen, daß Portugal und Spanien auch abstimmen, dann folgt Frankreich und England. Prost Mahlzeit. Steuern wir auf ein Kerneuropa hin?

 

Sonntag 05. Juli 2015, das Referendum. Tsipras und Genossen werden immer radikaler mit ihren Äußerungen, vermutlich rechnen sie mit einer Niederlage, so daß sie sich dafür nicht mehr rechtfertigen müssen. Tsipras hat das schon als 12 jähriger in seiner Schule gelernt, als er Schülerstreiks organisierte. Habe gestern mit einem Banker gesprochen. Er ist sich nicht sicher ob ein Ja gut wäre für die EZ. Ein Nein würde in Griechenland selbst mehr Klarheit schaffen. Die Linken würden so lange lavieren und mit der EZ im Clinch liegen, bis sie das Volk vom Hofe jagt. Dieser Weg wäre zwar kurzfristig der schmerzhafteste, aber langfristig der erfolgreichste. Irrtum eingeschlossen mit viel Unsicherheiten. Pest oder Cholera?

 

04. Juli 2015. ein Tag vor dem Referendum in Griechenland. Hinterher ist man immer schlauer, deshalb die Gedanken vorher. Pest (nein) oder Cholera (ja)? Die armen Griechen. Wem hilft eigentlich der weinende Rentner, dem Ja oder dem Nein? War das gestellt oder die Wahrheit, beides ist möglich. Öffnen die Banken beim Ja oder beim Nein? Ich vermute wohl eher beim Ersteren. Gibt es dann einen Volksaufstand von den organisierten radikalen Linken, 1/3 der Fraktion, die bis jetzt jeden Fortschritt verhindert haben. Ich tippe auf einen Sieg der schweigenden Mehrheit und ein sattes Ja, Aber was dann? Geht dann die Linke auf die Straße und macht Terror? Die Mitte hat keinen Führer und kann sich nicht organisieren. Antoni Samaras SPD ist wohl zu unglaubwürdig um das übernehmen zu können. Ein JA birgt also genau so viele Unsicherheiten wie ein Nein. Kann die EZB Gelder frei geben, wenn keine handlungsfähige Regierung/Verhandlungspartner der verläßliche Zusagen machen kann, vorhanden ist? Das wird unglaublich spannend. Inzwischen scheint mir die Eurozone so gefestigt, daß sie den von der jetzigen Regierung gewollten Austritt gelassen zu Kenntnis nimmt. Man kann EZ nicht für die katastrophalen sozialen Folgen die sich daraus für die Bevölkerung ergeben haftbar machen. Da müssen sich die an die Nase greifen, die ihre jetzige Regierung gewählt haben. Komisch, daß immer die Führer am glaubwürdigsten erscheinen, die das Unmögliche versprechen. Natürlich will es dann hinterher niemand gewesen sein, - man selbst ist ja immer machtlos!. Siehe „Drittes Reich“. Der s.g. Führer soll es ja mal in den letzten Tagen gesagt haben: „Hier müßt ihr durch, ihr habt mich ja gewählt und es so gewollt, ihr seid selbst schuld“. Wer sagt es den Griechen? Vielleicht Tsipras selbst, wenn die Stimmung umschlägt.

 

30. Juni 2015, Klage vor dem europäischem Gerichtshof von Griechenland für den Verbleib im Euro. Darauf muß man erst einmal kommen. Ich tippe auf amerikanische Juristen. Es ist zwar ein Austritt aus der EU möglich, aber nicht aus der Eurozone, ohne gleichzeitigen Austritt aus der EU. Aber gut so! Kapitalisten beraten Kommunisten, man muß die Gegner mit den eigenen Waffen schlagen. Damit werden hoffentlich diese dämlichen unlogischen, unfertigen Verträge gekippt, und man ist gezwungen zu handeln, hoffentlich. Es ist außerdem zu hoffen, daß der EGH auch wirklich mitspielt und die Eurozone zum Zahlen verurteilt, Dummheit muß bestraft werden. Das wollte ich loswerden.

 

Montag, 29. Juni 2015, alles ist beim Alten geblieben in Griechenland, die Spieler pokern weiter unter dem Motto: “Wir sind die Erfinder der Demokratie und ihr zahlt“. Einer der weiß, daß er nichts weiß, prognostiziert folgendes: Das Plebiszit geht aus wie >Suttgart 21<, das Volk stimmt mit Ja, gegen Tsipras. Tsipras akzeptiert die Mehrheit und bildet eine große Koalition in wenigen Tagen. Die Eurozone ist in einer riesigen Klemme. Die Griechen machen kleine Zugeständnisse, die Eurozone wird nachgeben. Nun müssen die inzwischen eingeschleusten Mitläufer der Linken in den Verwaltungen die Reformen durchdrücken, die sie nicht wollen! Das wird eine unendliche Geschichte die uns Milliarden kosten wird. Eine konsequente Haltung der EZ traue ich den 18 Mitgliedern nicht zu. Ob nun endlich verbindliche Regularien für einen Austritt geschaffen werden ist völlig unklar. Vermutlich muß erst eine zweite (angebliche) Katastrophe her, bis sich da etwas ändert, bzw. daß man akzeptiert, daß Ein- oder Austritte etwas Selbstverständliches sind, wenn die Regularien klar sind.

 

Montag, 22. Juni 2015, 09:30 Uhr, na also, das Theater geht weiter. Die Gläubiger loben den Schuldner. Nun werden die Kassen erst recht aufgemacht. Griechenland will keine neuen Kredite – ich bin gespannt wie sie das Geld dann zukünftig nennen werden, das die EZB nach Griechenland überweist. Die Wagenknecht beschimpft die Geldgeber von gestern, daß sie Griechenland verführt und daran verdient hätten, will aber Eurobonds als Dauerquelle für marode Volkswirtschaften in der Zukunft, da soll einer noch klar kommen. Wie heißt es: „Die Ehe ist dafür da Probleme für zwei lösen die einer alleine nicht hätte“. Die Griechen haben es nun geschafft ihre Probleme doch noch auf die anderen Länder der Eurozone zu schieben, was man Solidarität nennt, es wird immer spannender. Hätten wir eine politische Union, wäre das alles etwas anderes. Jeder will aber seine Schulden selbst machen und die anderen dafür bezahlen lassen. Als Entschuldigung werden unterschiedliche Mentalitäten vorgeschoben. Litauen und Lettland sollen die Renten der Griechen mitfinanzieren.

 

Kann nachts nur noch schlecht schlafen, aber nicht wegen Griechenland. Seit drei Wochen starke Schmerzen in der Schulter und Achselbereich. Tagsüber merke ich fast nichts. Vermutlich Arthrose. Wollte erst abwarten ob es wieder abklingt, tut es aber nicht. Nun Termin beim Orthopäden.

 

Sonntag, 21. Juni 2015, immer wieder Griechenland. Merkel hat es bereits angedeutet, morgen wird es zu keiner Entscheidung kommen. Schon deshalb nicht, weil die Griechen nun bereits zum wiederholten Male die Kanzlerin für alle Entscheidungen verantwortlich machen will. Mich interessiert inzwischen etwas ganz Anderes. Was hat das alles für Auswirkungen für die Zusammenarbeit in der EU, wenn ein Land mit der wirtschaftlichen Bedeutung in der Größenordnung von Hessen, 18 Länder der Eurozone so unter Druck setzen kann? Jeden Tag werden zusätzliche Milliarden verschleudert und die Gläubiger können nichts machen? Hier stimmt doch etwas prinzipieller Art nicht. So lange diese Möglichkeiten der Erpressung in der Eurozone nicht beseitigt werden, wird das keine Ruhe geben. Um es zynisch zu sagen: Hoffentlich macht das bald einer nach, daß man endgültig aufwacht. Gleichzeitig bin ich mir aber bewußt, daß das auch mit Souveränitätsverzicht einhergehen wird und muß. Und da sind wir vermutlich wieder bei einem Kerneuropa angelangt. Ein noch sehr langer und schwieriger Weg. Und immer wieder: das wird erst nach einer Katastrophe, welcher Art auch immer, möglich sein. Der Raucher hört frühestens nach Feststellung von Lungenkrebs auf, wenn überhaupt. Außerdem wissen wir, viele große Entwürfe gelingen erst nach dem zweiten Anlauf, vermutlich hier auch.

 

Gestern war Tag der Flüchtlinge. Die Politiker greifen nach jedem Strohalm und vergaloppieren sich. Sie vergleichen die Flüchtlingsströme aus den Ostgebieten 1945 mit den heutigen aus Afrika und Syrien. Damit machen sie sich wieder unglaubwürdig und wundern sich über Widerstände. Die Flüchtlinge/Umsiedler 1945 hatten die gleiche Nationalität, Hautfarbe, Religion und Ausbildung. Das kann man überhaupt nicht vergleichen. Für Hessen waren sie ein Segen und keine Belastung. Man sollte keine falschen Hoffnungen wecken.

 

Freitag, 19. Juni 2015, es könnte sein, daß ich Tsipras unterschätzt habe. Es sieht so aus, als würde er bewußt auf auf einen Grexit zusteuern, Merkel und die EU sind machtlos und sehen letztlich schlecht aus, haben sich an der Nase herumführen lassen. Sie können ihn nicht im Euro halten. Es ist noch viel Geld nach Griechenland geflossen, obwohl dort feststand, daß sie raus wollen, sie haben für die eigene Bevölkerung nur einen Schuldigen gebraucht. Das Geld ist nun futsch. Vielleicht kann man noch 20 oder 30 % retten, wie in Zypern. Die heutige Rede in Petersburg von Tsipras scheint das zu bestätigen. Was ist da aber dabei? Muß nicht jedes Land die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden ob es aus einer Gemeinschaft austreten will oder nicht? Das Schlimmste sind in Wirklichkeit die Kassantra-Rufer. Nein, alles ist ok, nur die Lissabon-Verträge nicht. Nun muß man die fehlerhaften Verträge ändern und gemeinsame politische Institutionen schaffen. Fehler sind erlaubt, man muß sie nur korrigieren und nicht wiederholen.

 

Mittwoch, 17. Juni 2015, es wird immer klarer, der Grexit für Griechenland kommt nicht. Aber eine fast ebenso schwere Zeit für die Eurozone. Ist Griechenland reformierbar aus Sicht der zahlenden Länder? Wie lange dauert der Reformprozess, wenn überhaupt und machen die Gläubiger mit? Zerreißt das die Eurozone? Wird Serbien die Renten für die Griechen zahlen? Die Griechen gehen mit 54 Jahren in Rente, bei uns mit 62 bis 67 Jahren Die Renten sind weitgehend Beitragsunabhängig und werden aus Steueraufkommen bezahlt. Ca. 16% des BIB. Keine funktionierende Steuerverwaltung, keine Grundsteuer wegen fehlendem Kataster usw., usw., wie soll das weiter gehen, wenn die Griechen zehn Jahre für die Reformen brauchen, wenn überhaupt? Ist ein dauerhafter Lastenausgleich möglich, wenn man sich gegenseitig als Nazis und Faschisten beschimpft? Man darf gespannt sein.

 

Dienstag, 16. Juni 2015, ich lehne mich aus dem Fenster: Die Empörung über Griechenland ist zwar bei den deutschen Politikern echt, gleichzeitig wissen sie aber genau, daß Griechenland nicht aus dem Euro scheidet. In den üblichen Nachtsitzungen wird der Weg geebnet. Das führt zwar zu weiteren Verwerfungen, die aber vielleicht, ich denke bestimmt, der Eurogruppe hilft, für eine Verbesserung der verkorksten Verträge, eine Mehrheit zu finden. Erst wenn die Griechen die Eurogruppe finanziell in die Knie zwingt, wird das gelingen. Danke Tsipras!

 

Sonnabend, 13. Juni 2015, Gewissensfrage. Was machen wir, wenn sich ein neu gewonnener Freund, ein sehr sozial und in der Praxis hilfsbereiter Mensch als NPD-Wähler herausstellt, der extra nach Hoyerswerda fuhr um auch noch Flaschen zu werfen. „leider“ kamen sie zu spät, es gab nichts mehr zu werfen. Wie gesagt, dieser Mann ist ein sehr sympathischer humorvoller Mensch, der viele Freunde um sich sammelt. Bei einer Regatta war er der Einzige der sich um einen in der Ecke liegenden Betrunkenen kümmerte. Er kümmert sich rührend um seine Mutter und seinen Sohn aus der geschiedenen Ehe und ist Antialkoholiker! Ich bin ratlos und etwas verzweifelt und muß an das dritte Reich denken. Ganz normale, gebildete, liebenswerte Menschen werden zu Mördern oder nehmen das zumindest in kauf, aus diffusen politischen Gründen. Was will ich machen? Ich kann nur versuchen ihn vorsichtig etwas zu beeinflussen und hoffen, daß Hoy... Vergangenheit und eine Jugendsünde war, bin jedoch nicht sehr zuversichtlich.


 

"Partout" zweite von links auf der Rheinwoche in Walluf

Donnerstag, 10. Juni 2015, hinterher ist man immer schlauer, deshalb eine Meinung vorher. Griechenland bleibt in der Eurozone. Amerika hat das verlangt aus geostrategischen Gründen, das weiß Griechenland. Wie schon oft erwähnt, ist Europa nicht souverän, von Amerika abhängig, wir können noch nicht einmal ein Gewehr bauen, von Flugzeugen ganz abgesehen. Vielleicht eine Chance für Europa? Nun müssen die Länder der Eurozone eine gemeinsame Steuer-, Sozial-, und Außenpolitik machen, sonst kracht es tatsächlich. Bayern, Württemberg und Hessen finanzieren die Nehmerländer auch nur deshalb weil die Grundlagen annähernd gleich sind. Das bedeutet allerdings Aufgabe von nationalen Gesetzen in der Eurozone. Wer soll das durchsetzen? Dazu muß vorher alles zusammenkrachen, auf diesem Wege sind wir vermutlich. Einen anderen Ausweg sehe ich nicht, leider. Heute lege ich erst einmal die „Partout“ ins Mainwasser zur Teilnahme an der Stadtmeisterschaft bei der SKG-Frankfurt am Wochenende. Dann kommt sie wieder raus um die kleinen Schäden zu reparieren. Mitte Juli geht es dann 14 Tage an den Ammersee mit einer Regatta. Heute Abend aber erst einmal schönen Frauenfußball gegen Norwegen.

Philipp Melanchthon

 

Mittwoch, 09. Juni 2015, Gemeindefahrt nach Wittenberg, Dessau, Potsdam. Vom 04. bis 07. Juni auf den Spuren Luthers mit Abstechern nach Eisleben und der Wartburg mit der Cranach-Ausstellung. Sehr interessant, sehr warm, sehr anstrengend, viel gelernt. Schön, daß es immer in den Osten geht, die deutsche Geschichte wurde in wesentlichen Teilen von dort aus bestimmt. Was ich nicht wußte, welchen Anteil an der Reformation eigentlich Melanchthon (Künstlername, geb.Schwartzerdt) hatte. Ohne Melanchthon, der intellektuelle Hintergrund Luthers vermutlich keine Reformation. Die Bibelübersetzung war im Wesentlichen sein Werk. Philipp wurde bereits mit 21 Jahren als Prof. an die Uni nach Wittenberg berufen! Das neue Testament wurde von Luther nur fragmentarisch übersetzt, die Feinarbeiten und die gesamte Bibelübersetzung war das Werk von Philipp Melanchthon und seinen Mitarbeitern an der Universität in Wittenberg. Er war ein Sprachgenie und workaholics. Es gibt immer zwei, einer wird berühmt, der Andere hat gearbeitet. Philipp war der Intellektuelle, Feinsinnige Diplomat. Luther der grobe Klotz, der beim gemeinen Volk mit seiner direkten Ansprache besser ankam.

Potsdam, hatte ich immer als Anhängsel von Berlin gesehen. Weit gefehlt, eine sehr schön erhaltene Stadt, natürlich mit den bekannten Schlössern. Besonders schön das holländische viertel, der Baumeister die das sumpfige Gebiet trocken legten.

 

Mittwoch, 09. Juni 2015, eine Versuchung in Baujhar 1912 (!!), gesehen auf der Bodenseewoche in Konstanz. Ein Binnenrenner, 7 m lang, 1 Tonne Verdrängung, durch die Plankenfugen kann man die Mütze werfen. Schade daß ich keine Aufnahmen vom Deckslayout habe. Getrennter Steuerstand im Deck, 35 m² Gaffelsegel. Man müßte den Rumpf komplett neu aufbauen, genau das Richtige für mich, auch bezahlbar. Mein Alter, meine Augen, meine Gelenke, alles hat seine Zeit. Dennoch träume ich davon. Leider öffnet sich die Int. Seite vom Bootsbauer nicht, daß ich noch mehr erfahren kann. Ein Traum geht diesmal leider nicht in Erfüllung.


Dienstag, 02. Juni 2015, Bodenseewoche. Gestern zurück von der Bodenseewoche mit der Partout. Die „Partout“ wurde unter Wert geschlagen, 3 von 7 Wettfahrten mit DNF (dit not finish), wegen Dämlichkeit des Skippers. 1. Wettfahrt 8 Minuten später gestartet weil wir die flalsche Bahn angesteuert hatten, trotzdem noch 11 von 16 Booten in der Gruppe. Insgesamt waren 175 Schiffe am Start. 2. Wettfahrt mit Recht disqualifiziert, weil wir im Überlappungsbereich in die Anleger an der Boje hineingewendet haben. Hätten uns mit Kringel entlasten können, was wir nicht taten. Bei der 6. Wettfahrt nahmen wir das Harbourrace nicht ernst. Wir dachten das wäre eine Juxregatta. Dabei zählte dieser letzte Schenkel zum Hafen zur Wettfahrt. Überhaupt dieses Harbourrace. Nach Durchgang der Ziellinie fierten wir auf und fuhren gemütlich nach Hause, das war ein Irrtum. Der letzte Schenkel gehörte zur Regatta, am Zielschiff mußte man nur der Formhalber vorbei. Das wußten wir nicht, hatten uns aus Sorglosigkeit nicht genau genug erkundigt. Dann erfuhren wir, daß das am Bodensee so üblich ist. Wenn wir die Regularien normal eingehalten hätten, wären wir im guten Mittelfeld gelandet, so nur den 13. Platz von 16 Booten. Dennoch, als am weitesten angereistem Schiff bekamen wir eine schöne Karaffe überreicht, also wieder auf dem Treppchen, was mir sehr oft gelingt. Ein großes Kompliment an meinen Vorschoter Heinrich Wild, wir bringen zusammen 157 Jahre ins Boot. Drei Tage hintereinander von 10 Uhr morgens bis 18 Uhr abends knieend oder hockend in einem offenen Kielboot und Schoten bedienend, die er er vorher noch nie gesehen hatte, mein Kompliment. Die gute Laune blieb immer erhalten. Das Wetter war mit Windstärken zwischen 1 bis 3 Bft. immer gut. Resümee: Viel gelernt, die „Partout“ konnte, wenn sie gut gesegelt wurde, mit Booten gleicher Yarstickzahl mithalten und auch abhängen. Ich bin zufrieden.

Partout GER 55

Dienstag, 26. Mai 2015, Rheinwoche in Niederwalluf vom 23.-25. Mai 2015 mit zwei Yachten vom FYC. Die „Caprice“ mit Michael Müller war bereits 2014 am Start (zweiter Platz in seiner Gruppe) und überzeugte mich mit der „Partout“ in diesem Jahr teilzunehmen. 135 Boote waren auf dem Rhein vor Walluf am Start. Herrliches Pfingstwetter begleitete die Regattatage … aber zu wenig Wind. Leider konnten nur am Pfingstsamstag zwei Wettfahrten gestartet und zu Ende gesegelt werden. Wegen Flaute ging man am Sonntag gar nicht erst an den Start und am Pfingstmontag Vormittag wurde die Wettfahrt kurz vor dem Start abgeschossen. Schade für die zum Teil weit angereisten Segler aus Norddeutschland. Für die H-Boote war diese Regatta als Schwerpunktregatta ausgeschrieben. Es gab eine Tages- und Gesamtwertung. Geschickterweise vergab man am Samstag Preise als Tageswertung von der ersten Wettfahrt, als Gesamtwertung zählte man dann am Sonntag die beiden Wettfahrten zusammen, so daß die Spannung bis zur letzten Minute erhalten blieb. Was der fehlende Wind nicht hergab, glich die Geselligkeit der Veranstaltung mit echt rheinischem Humor mehr als aus. Die Moderatoren überboten sich mit gekonnter Moderation, jeder zweite Satz ein Brüller, besser konnte man es nicht machen. Am Sonntag wurden verschiedene Ersatzprogramme angeboten, so daß die Zeit bei gutem Wetter schnell verging. Zum Schluß konnte Klaus mit seiner „Partout“ und Thorsten v. Keutz als Vorschoter, bei der Gesamtwertung in seiner Gruppe, gerade noch als 6. aufs Treppchen springen. Die Preis-Flasche Wein wurde sofort geköpft. Wir werden diese Regatta in guter Erinnerung behalten. Im nächsten Jahr soll es wieder eine Etappenregatta von Düsseldorf nach Wesel geben.


Der Hafen von Niederwalluf

Dienstag, 19. Mai 2015, bevor ich mich für zwei Wochen verabschiede noch ein Lebenszeichen. Rheinwoche in Niederwalluf und Bodenseewoche mit der „Partout“ steht auf dem Programm. Bin sehr gespannt ob sie unsere kleinen Schiffe bei wenig Wind auf den Rhein lassen oder der Kurs im Schiersteiner Becken ausgelegt wird. Die Vorhersagen deuten auf trockenes Wetter bei eher leichten Winden aus westlichen Richtungen hin. Am Dienstag geht es dann direkt nach Konstanz bis 1. Mai. Zum Glück müssen wir nicht mit der Bahn fahren. Bekommen wir englische Verhältnisse im Streikrecht? Wo muß man Grenzen in einer s. g. freien Gesellschaft ziehen? Entscheiden das letztlich Gerichte? Sind wir eine Gerichtsgesellschaft? Selbst bei den Freihandelszonen, sind Auseinandersetzungen über Gerichte ein Thema. Warum diese Angst vor der Freihandelszone? Chlorhähnchen? Unsere Schwimmbäder sind höher chloriert als diese Desinfektionsbrühe für Hähnchen. Wer schürt die Angst was steckt dahinter? Vermutlich die Angst vor der Globalisierung und vor allem dem Wettbewerb. Am liebsten alle Grenzen dicht, alles bleibt beim Alten. Dampfmaschine, Ottomotor und erst recht die EDV wird wieder abgeschafft. Dann bekommen wir wieder die guten alten Handweber, das Pferd hat wieder seine Berechtigung und wenn wir noch die modernen Bagger abschaffen, dann haben wir auch keine Arbeitslosen mehr. Angst, Angst und Bedenken, daß hören die Menschen am liebsten. „Keine Experimente!“ war der erfolgreichste Wahlslogan in der Adenauerzeit. Das „alte Europa“, Bush scheint doch recht gehabt zu haben. China und Indien stehen in den Startlöchern, mit Starthilfen aus dem Westen, schlafe gut Europa.


Mittwoch, 06. Mai 2015, das ist kein Mai- sondern Juli-Wetter. Alles spielt verrückt. Auch unsere bezahlten demokratischen Führer. NSA, man kann es schon nicht mehr hören. Als ob wir in Wirklichkeit etwas zu sagen hätten. Wir sind ein Anhängsel der USA, „Gott sei Dank!“ Keiner getraut sich das zu sagen. Verschweigen wird politisch sofort als Lüge dargestellt, aus dieser Falle kommen unsere Verantwortlichen immer weniger raus. Wir sind in Wirklichkeit der 51. Staat von Amerika, immer noch besser als von Russland, und werden es hoffentlich auch bleiben. Ich sehe darin nur Vorteile, auf jeden Fall überwiegen sie. Was wäre 1989 aus Deutschland geworden wenn die Amerikaner uns nicht unterstützt hätten? Können und wollen uns die Engländer und Franzosen wirklich verteidigen, wenn es darauf ankommt? Können wir uns selbst auch nur ansatzweise selbst verteidigen? Was soll das Gejammer wegen der NSA? Wenn wir die Vorteile genießen wollen, dann müssen wir auch die Nachteile in Kauf nehmen. Deshalb bin ich auch für ein gut verhandeltes Freihandelsabkommen. Ich denke da nur an die Nachrüstungsdebatte unter Schmidt-Schnauze und welche Vorteile die Stationierung letztendlich gebracht hat. Wir ziehen uns zu 100% hinter den Amerikanischen Schirm zurück, sparen Milliarden an Rüstungsausgaben und wollen noch nicht einmal mit am Knauf anpacken, lächerlich. Es wird höchste Zeit das die Politiker das thematisieren und die Fakten auf den Tisch legen. Sonst werden sie wegen jahrelanger Lügerei letztlich geköpft.

 

Dienstag, 28. April 2015, heute Pokal Dortmund-Bayern München, ich bin gespannt auf ein schönes Spiel. Ausgespielt hat jedoch der Griechenland-Spieler, man hat ihm die Karten aus der Hand genommen, die nun neu gemischt werden sollen. Nur, sind das jetzt neue Karten oder wollen die Mitspieler dem Neuen jetzt in die Karten spielen? Warum läßt man die Griechen nicht von vorne anfangen? Frankreich hätte die größten Verluste, ist das der Grund? Hängen da ev. französische Banken am Tropf? Ich bin gespannt wie unser Parlament reagiert, wenn der nächste Schirm gespannt werden muß. Das Beben in Nepal. Ich finde das unerträglich wenn unsere Fernsehjournalisten auf die Regierung dieses bettelarmen Landes schimpfen wegen Untätigkeit oder Unfähigkeit. Wir selbst können weder eine Oper in Hamburg noch einen Flughafen unter besten Bedingungen bauen Berliner Flughafen aus.und diese Besserwisser beklagen mangelnden Hubschraubereinsatz, die es gar nicht gibt oder Trinkwassermangel, wenn alle Leitungen zerstört sind. Und auf diese dämlichen Kommentare hin sollen wir spenden, wer weiß wo dieses Geld hingeht, jedenfalls nicht vom

Sonntag, 26. April 2015, Klassentreffen in Engelsdorf bei Leipzig. Es wird viel gelästert über solche Treffen, uns gefallen sie, wir fahren wegen einem Tag mit den Ehemaligen nach Leipzig, aber natürlich auch zur Schwester und Familie. Wir sind dann zwischen 12 bis 16 Personen, nehmen uns ein lohnendes Ausflugsziel in der Umgebung, in den letzten Jahren um Wurzen herum, vor. Laufen, Essen unterhalten. Ein Bäckersohn bringt hervorragenden Streuselkuchen mit, eine Andere Kaffee, der Abschluß ist dann meistens ein gutes Abendessen im Gasthof „Alt Engelsdorf“. Inzwischen sind wir nur noch zu zweit aus den alten Bundesländern, die Anderen zu weit in Europa verstreut. Jammerthemen zwischen Ossi und Wessi gibt es nicht, das ist längst Geschichte, dem sächsischen Humor wird freie Bahn gelassen. Es ist selbst für die Eingesessenen erstaunlich wie viele Burgen und Schlösser es um Leipzig herum gibt, von denen man, abgesehen von Spezialisten, nur wenig gehört hatte. Meistens als Altenheime oder Anstalten betrieben. Wir waren auf dem Schloß/Bürg Püschau nördlich von Wurzen im Muldetal. Eine der ältesten Burgen Sachsens 800 das erste Mal erwähnt. Wunderbar hergerichtet, wird heute überwiegend für größere Veranstaltungen wie Hochzeiten usw. benutzt. In der Blütezeit dieses Schlosses galt folgende Losung:

Es ist den Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. ... vielleicht hat er gar nicht so unrecht.

 

Mittwoch, 22. April 2015, ein Tag nach der Bayern-Show. Drei mal geirrt. Ich habe die Bayern unter- und die Portugiesen überschätzt und Sep Guardiola hat sich in den Medizinern sehr geirrt. Fast die gleiche Mannschaft, ohne die Verletzten, haben Porto praktisch niedergewalzt. Ich bin also beim Irren in guter Gesellschaft. Ich bin kein Bayern Fan, war aber trotzdem begeistert. Es war wie vor und nach dem Spiel gegen die Brasilianer bei der WM. Totale Überraschung und Verwirrung. Beide Spiele haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun, die Wahrheit liegt in der Mitte. Schön ist es gerade deshalb.

 

Montag,20. April 2015, vormittags schon 16 Grad im Schatten, der Boden viel zu trocken, wie wird der Sommer? Ein mulmiges Gefühl, obwohl Deutschland angeblich die reichsten Grundwasserreserven der Welt haben soll!? Die Reserven bei den Griechen gehen wohl langsam aus. Jeden Tag neue Nachrichten, Hoffnung und Verzweiflung wechseln sich ab, sowohl bei den Griechen und dem Rest der Eurozone. Die Griechen, davon die Linken, setzen voll auf Visionen von einem neuen Europa wo die Reichen die Armen alimentieren sollen, finden dafür aber kein Gefolge, jedenfalls nicht bis heute. Da fällt mir der Spruch von Antoine de Saint-Exupéry, ein Schriftsteller und Flieger: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Mit dieser angeblichen Sehnsucht der Südeuropäer nach einer anderen Geldverteilung wollte Tsipras zu einem Neubau der Finanzierung von Europa locken. Leider (aus seiner Sicht) hat das Resteuropa keine Sehnsucht nach einem endlosem von Sozialisten befahrenen Meer, nun muß er selbst sehen wo er das Geld (Holz) für seinen Schiffbau herbekommt, viel ist nicht mehr da und das Sammeln hat noch nichts gebracht, der Termin für den Stapellauf steht aber schon fest, viel Glück. Kuba hat dieses Experiment gerade erst hinter sich, fast, und die Griechen wollen es beginnen, der Mensch scheint ein verunglückter Versuch der Natur zu sein. Siehe auch: „Von Menschen und anderen Tieren“, John Grey.

 

Der scharlachrote Buchstabe

Donnerstag, 16. April 2015, ein Buch an das man sich gewöhnen muß, wenn man den zeitgemäßen Journalisten-Stil erwartet. Ein Psychokrimi würde man heute sagen, wenn er nicht bereits 1850 geschrieben wurde. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, legte ich es nicht mehr aus der Hand. Nur Radio oder gar Fernsehen nebenher ist nicht möglich. Man muß sich ganz auf die Entwicklung der langen Sätze konzentrieren, dann macht es sogar Spaß. Die Zustände an der Ostküste von Amerika in Neuengland um 1650 in den Jahren der ersten Siedlerkolonien von Puritanern und Quäkern. Vielleicht kann man das gespaltene Amerika von heute besser verstehen, wenn man die Entwicklungsgeschichte kennt. Das Thema ist die Ausgrenzung einer jungen Frau als Ehebrecherin, die dazu verurteilt wird ein Leben lang ein rotes „A“ auf der Brust zu tragen. Die Zusammenhänge sind wie in einem Krimi aufgebaut. Eine gewalttätige Gemeinschaft von Moralisten, man muß sofort an die Islamisten von heute denken. Die Geschichte soll auf einer wahren Begebenheit beruhen.

Bayern München hat gestern gegen Porto nicht gut ausgesehen. Ich bin mal gespannt wie das mit den Bayern weiter geht, ganz abgesehen von Dortmund und dem Idol Klopp. Die Meister stoßen an ihre Grenzen. Ist Klopp nicht flexibel genug? Der Rücktritt ist kein gutes Zeichen.

In der Ukraine fängt es wieder an. Ich vermute, daß das nicht eher aufhört, bis ein Landkorridor zur Krim von den Russen hergestellt und im Nordosten die Grenze nach Westen hin begradigt ist. Ich sehe die Russen in einer schwierigen gedemütigten Situation, wie das Deutsche Reich nach dem 1. Weltkrieg. Sie fühlen sich als Verlierer und können sich nicht damit abfinden, daß sich ihre Nachbarn von ihnen abwenden, weil sie zu unattraktiv erscheinen. Eine nicht ungefährliche Situation, alles ist möglich.

Habe in den letzten Tagen eine Gabelpinne restauriert, stammte vermutlich von einem Pirat, sie lag jahrelang in der Werkstatt im Club. Nun merke ich immer mehr wie meine Augen mit der Makula nachlassen. Die Ergebnisse beim Lackieren sind nur noch schwer zu beurteilen. Nun werde ich einen Platz im Club suchen.

 

Mittwoch, 08. April 2015. Drei Stunden, drei Tage, drei Wochen, drei Monate. 4 Rentner machen ihre Steuererklärung. Der erste mit dem Programm Elster, die drei weiteren per Pedes (zu Fuß wie die Apostel). Elster erechnet beim Ersten eine Rückzahlung von ca. 1.000,- Euro, tatsächlich werden über zweitausend Euro zurück gezahlt. Der Elster-Fan ist glücklich, die drei anderen wundern sich. Wieso bist du glücklich, du hast doch einen Fehler gemacht!? Nein sagt der Erste, er habe in drei Stunden 1.000 Euro gewonnen. Was habt ihr mit bis zu drei Monaten Mehrarbeit gewonnen? So einfach kann man ein glücklicher Mensch sein.

 

Oster-Sonntag. 05. April 2015, „Schulden royal“ (aus Spiegel Heft 13/15 2015, Jan Fleischhauer) Auzüge:

Ich weiß, man soll nicht aufrechnen .... Das erste Mal, daß die Griechen ein Darlehen erhielten, war im Jahre 1832, vom König in Bayern, der die Hellenen beinahe so liebte wie die eigenen Landeskinder. … Überliefert ist folgender Dialog nach zehn Jahren zweier griechischer Politiker 1843: „Jetzt wollen wir aber sehen wie wir unsere Schulden begleichen“, sagte der eine. „Nein, jetzt wollen wir sehen wie wir sie nicht bezahlen“, sagte der andere. ...schließlich blieb der griechenbegeisterte Ludwig auf 1.233.333 Gulden sitzen. Umgerechnet, einschließlich Zinsen, wären das heute ebenfalls Milliarden.

Oster – Sonnabend, 04. April 2015, unter dem Geländer der Loggiabrüstung hängen die Regentropfen, der Himmel ist grau, hoffentlich holt sich der Osterhase keinen Schnupfen. Kaninchen galten als beliebtes Jagdobjekt und Dank der bequemen Haltung und der enormen Vermehrungsrate dienten sie als Frischfleischvorrat. Von den Spaniern übernahmen die Römer den Brauch des Verzehrs von Föten und Neugeborenen der Kaninchen. Da diese als Fastenspeise erlaubt waren, wurde die Kaninchenhaltung später durch Klöster fortgesetzt.“ (Wikipedia) A ha, jetzt können wir uns auch vorstellen warum der Hase die Ostereier bringt. Und die Mönche haben schon immer einen schmackhaften Ausweg beim Fasten gefunden. Nachdem ich mit der Fotoreportage für den FYC fertig war habe ich mir den seit Weihnachten wartenden Lebensroman des Vaters (Lorenz) von Sergej Lochthofen vorgenommen. Schwarzes Eis“, wurde im >Doppelkopf hr2< besprochen. Sergej Lochthofen war nach der Wende Chefredakteur der „Thüringer Allgemeine Zeitung“ bis 2009. Er wurde in Workuda, Sibirien geboren, studierte auf der Krim Kunst und in Leipzig Journalistik. 446 Seiten, ich konnte nicht aufhören, in drei Tagen durch, schade. Am Anfang traurig, schaurig, grausam, dann immer spannender, fast wie ein Krimi. Wer die Russen, den Sozialismus, die Bonzenwirtschaft verstehen will unbedingt zu empfehlen, auch weil es einfach Spaß macht eine der Alternativen zum Kapitalismus kennen zu lernen, an Hand eines faszinierenden Einzelschicksals. Ganz nach meinem Credo: Einzelne Personen, Charaktere können etwas bewegen, voran oder zurück, im guten oder im bösen, nicht die Masse oder die Gruppe. (Jesus, Mohamed, Cäsar, Alexander der Große, Bismarck, Hitler, Stalin usw.) Natürlich denkt man dabei immer auch an die heutigen Probleme. Der Russe ist ein sehr pragmatisch denkender u. handelnder Typ. Tatsachen schaffen, das versteht er, auch die Sprache von Abwehrsystemen in Polen. Ein Glück und Segen, daß wir (damit meine ich die Amis) diese haben und diese Sprache verstanden wird. Sonst gäbe es vermutlich nicht wie z.Zt. ca. 200, sondern vielleicht 2000 Kriegsschauplätze auf dieser Welt. Frohe Ostern!

 

 

Donnerstag, 26. März 2015, man darf sich das gar nicht ausmalen, ein Selbstmörder auf der Autobahn und nun auch im Flugzeug. Sofern die Nachrichten bis hierher stimmen. Auf unserem heutigen Spaziergang ist mir folgendes durch den Kopf gegangen. Das könnte eine persönliche Abrechnung eines empfindlichen Egos mit seinem Drangsalierer gewesen sein. (Ich weiß, daß ich nichts weiß) Er hatte seine Ausbildung 6 Monate unterbrochen, dann weiter gemacht. Die Gründe würden nicht bekannt gegeben, sie unterliegen dem Datenschutz. Er konnte, wie die meisten, nicht sofort ins Cockpit steigen, weil es keine freie Stelle gab. Er Jobbte dann ein halbes Jahr beim Bordpersonal. Also alles ok? Ich glaube kaum. Ein begeisterter Flieger mit Lizenz für Großraumflugzeuge gibt sich normalerweise nicht mit dem Servieren von Schweineohren ab. Normal versucht er bei anderen, kleineren, privaten Flugzeughaltern Flugstunden zu machen. War er besonders sensibel(?), er war erst ein Jahr im Cockpit tätig. Wie lange flog er mit dem Chefpilot bereits zusammen? Stimmte da die Chemie? Gab es da Auseinandersetzungen die er nicht verkraftet hat und sich in grausamer Weise beweisen wollte? Alles Andere blendete er aus. Selbstmord alleine halte ich für weniger wahrscheinlich, es muß mit dem Fliegen zusammenhängen. Der Mensch bleibt die Schwachstelle, da kann man so viel Technik einbauen wie man will. Das "Vieraugenprinzip" hätte hier allerdings gegriffen. Das ging mir heute durch den Kopf, auf dem Spaziergang.

 

 

Freitag, 20. März 2015, Griechen wieder in der Spur“, sagt Oettinger, der Schwabe heute morgen. Tsipras hätte in der vergangenen Nacht alles Nötige versprochen, frei übersetzt. Es hätte nur ein Sechs-Augengespräch mit Tsipras gebraucht um ihm den Ernst der Lage klar zu machen. Na so was, das ist ja ganz neu! Gut das der (däml...) Schwabe nun die Wahrheit gesagt hat … vielen Dank! „Alles Theater“ sage ich. Die Griechen wollen raus (nur nicht das Volk) und nun wird ein Schuldiger gesucht, und dafür ist Deutschland ausgesucht. Die Deutschen versuchen sich gegen diese Schuldzuweisungen mit Recht zu wehren und machen immer neue Versprechungen der Hilfe, die aber gar nichts nutzen weil Athen das gar nicht will. Sie wissen, daß sie mit dem harten Euro nicht klar kommen, das haben sie oft genug gesagt, nur dem eigenen Volk sagen sie es nicht, weil es im Euro bleiben will. Sie wollen die Eurozone umbauen, nicht den Euro mit seiner jetzigen Härte. Das Volk traut der Regierung das nicht zu, sonst würden sie nicht ihr Erspartes vom Konto holen. Das ist ein Spiel nach dem Geschmack des >Spieltheoretikers< mit dem Stinkefinger. Ich werde jetzt böse: „Spieler arbeiten von Natur aus nicht gerne, sie spielen/trixen lieber, damit kann man, ohne Frage, auch Geld machen, nicht verdienen". Es wird immer spannender. Ich bin sehr gespannt, wer hier verliert. Es ist zu befürchten, daß hier alle verlieren werden, besonders die vorbelasteten Deutschen, mit klammheimlicher Freude einiger Anderer.

 

Donnerstag, 19. März 2015, mein Eintrag vom 17.03. Ich wurde gefragt was ich nun bevorzugen würde von den zwei Alternativen, Antwort: die erstere. Das Geld ist ohnehin futsch, dann lieber die diplomatische Lösung wählen. Vorschlag von einem naiven Laien, der weiß, daß er nichts weiß: Die Gläubiger bieten einen 100% Schuldenschnitt an. Einen Anteil tragen die Banken, die 2010 gerettet wurden und an die das Geld ja letztlich floß. Griechenland unterwirft sich 10 Jahre lang einer erweiterten Troika, die vom Parlament nicht überstimmt werden kann. Damit verzichtet Griechenland in bestimmten Bereichen auf seine Souveränität. Diese Vereinbarung muß mit einer Volksabstimmung der Griechen bestätigt werden. Damit werden die wichtigsten Reformen durchgepeitscht. Dieses Modell wird gleichzeitig, möglichst unter großem Zeitdruck, in Brüssel für alle anderen kommenden Fälle festgeschrieben. … in der Hoffnung, daß sich dieses Modell nicht wiederholt und soll als Warnung an zukünftige Gläubiger dienen. Wie sagte Kohl, wenn ich mich richtig erinnere? Euro ja oder nein = Krieg oder Frieden. Oder mit Angela: Alternativlos.

 

Dienstag, 17. März 2015, einen Tag nach Jauch mit dem Stinkefinger. Die Sache läuft sich langsam heiß, die Politiker sprechen nun auch in der Öffentlichkeit Klartext. Nun ist zu hoffen, daß sie auch die Sache beim Namen nennen. Es spitzt sich doch alles auf eine einzige Wahrheit zu: Griechenland ist pleite und wird seine Schulden nie zurückzahlen können. Die für Deutschland fälligen 84 Milliarden sind weg, verloren, unwiederbringlich. Die Produktivität der griechischen Wirtschaft beträgt 50% der von Polen. Wenn man das aber weiß, und das wissen mit Sicherheit alle, dann bleiben doch nur zwei Möglichkeiten. 1. Man erläßt Griechenland alle Schulden/Schuldenschnitt 100% (das Geld ist ja ohnehin nicht mehr da) und richtet einen Länderfinanzausgleich ein, mit entsprechenden milderen Auflagen, die mangels Schuldentilgung nun leichter zu erfüllen sind. Man rechnet jedoch damit, daß Griechenland im überschaubarem Rahmen immer am Tropf hängen wird, Länderfinanzausgleich. Das wäre die Europäische Lösung. Wie sagte Kohl?: „Der Euro entscheidet über Krieg oder Frieden“. Oder 2. Man füllt das Faß ohne Boden nicht mehr auf. Das Geld ist ohnehin weg, man verliert also in Wirklichkeit gar nichts. Also ist es eine große Dummheit schlechtem Geld noch gutes hinter zu werfen. Griechenland führt in einem geordnetem Verfahren die Drachme wieder ein und wird durch die Eurozone unterstützt. Den Wiedereintritt in die Eurozone hält man bewußt offen. Folgen: Reformen können durchgeführt werden, die Produktivität kann steigen, die Währung sich wieder erholen, der Tourismus blüht auf, es wird wieder investiert. Die Gegner dieser Lösung argumentieren, daß das die Glaubwürdigkeit und die Stabilität der Eurozone schwächen würde. Unsinn. Das Gegenteil ist der Fall, es würde die Handlungsfähigkeit und Flexibilität der Eurozone unter Beweis stellen. Und Spielernationen, die sich nur Vorteile und abkochen versprechen, abschrecken.

 

Dienstag, 10. März 2015, Griechenland. Gestern Abend 1-stündige Reportage über die Troika gesehen. Hätte den Eindruck haben können, sie wäre vom Spieltheoretiker in Auftrag gegeben worden. Alle Schuld liegt bei der Troika und Merkel. Eins wurde mir aber bewußt, der Grundfehler liegt in der Bankenrettung am Anfang der Misere. Aber das war eben nicht Merkel alleine, sonder Frankreich lag im Wahlkampf und wollte seine Banken retten. Für frankreichs Banken standen 20 und Deutschland 17 Milliarden auf dem Spiel. Hätte das aber wirklich etwas an der Griechenland-Misere geändert? Mit den jetzigen Erfahrungen gerechnet sicher nicht. Der Ausgang wird immer offener. Die Aktien steigen; entweder man rechnet mit der Rettung um jeden Preis, oder es ist tatsächlich schon eingespeist. Es wird spannend. Morgen noch einmal Putin. Aber zwischen Griechenland und Russland liegt Gott sei Dank noch der Club mit der Partout, die auf das Aufwachen aus dem Winterschlaf wartet, morgen wird es so weit sein, da werde ich sie von ihrem Winterkleid befreien. Wenn das Wetter wie angesagt mitspielt.

War am vergangenen Freitag bei einer JHV in Offenbach unser Club der Hessenregatta. Interessante Beobachtung gemacht. Der 1. und 2. Vorsitzende hatten sich verkracht, der 2. war in der Saison zurück getreten. Der ehem. 2. war auch anwesend. Er stimmte als Einziger gegen die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden. Donnerwetter! Er hätte sich ja auch enthalten können. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es ist bei Akklamation offiziell als Einziger gegen einen Kandidaten zu stimmen. Zivil Courasche!! Alle Achtung.

 

Montag, 09. März 2015, gestern Abend bei Jauch. Es ging um Russland und Putin, aber in erster Linie um Putin. Ist er nun ein Diktator oder nicht? Darüber ging mir heute folgendes durch den Kopf. Unser politisches System basiert auf Wahlen und die Politiker richten ihre Stoßrichtungen nach Umfragen und Beliebtheitsskalen aus. Was würde es für einen Politiker/rin bedeuten, wenn er/sie eine Zustimmung von 85% im Volk hätte? Wäre er/sie dann ein Diktator? Oder wäre er/sie, mitsamt seiner Partei, stolz darauf und würde weiter in die gleiche Stoßrichtung arbeiten? Fazit: Gilt unsere Abneigung nun nur einem einzelnen Mann oder dem ganzen Volk, daß doch mit 85% hinter ihm steht? Kann man das alles nur auf eine raffinierte Propaganda über die Medien schieben? Ich glaube nein. Das Volk und die Intelligenz haben Probleme mit der westlichen Lebensart, fühlen sich unterlegen und wollen abrechnen, nicht zu vergessen die Religion, die die westliche Lebensart ohnehin ablehnt. M.E. Ist Putin nur das Aushängeschild einer antiwestlichen rückwärts gerichteten Strömung, die die Russen weit zurückwerfen wird. >Einer der Folgen von 60 Jahre Kommunismus in der sich in diesem riesigen Land (6 Zeitzonen!) keine Zivilgesellschaft entwickeln konnte<. Krieg wollen sie/er sicher nicht, Frieden ist ihnen aber auch egal

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Sonnabend, 07. März 2015 Frülingsanfang, 12 Grad, Krokusse blühen im Kurpark, man braucht keine Handschuhe mehr. Trotz Hochnebel ein sehr schöner Tag. Wird es wieder zu früh zu mild, frostet es wieder in die Apfelblüte? Ich bin gespannt, so wie es mit Griechenland weiter geht. Es muß unbedingt zum Knall kommen, um die Konstruktion der Eurozone zu ändern. Ohne eine einheitliche Steuer-, Sozial- und Wirtschaftspolitik kommt es endgültig zur Auflösung. Es muß dann zu einem Länderfinanzausgleich kommen, wie auch bei uns geregelt. Wenn das Europa nicht schafft, werden wir entgültig zu einem bloßen Anhängsel von Amerika oder Russland. Europa würde dann noch mehr Souveränität.

Die Souveränität Deutschlands – der Staatsrechtler Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider bezieht in seinem neuen Buch Stellung zu einem viel diskutierten Thema Thomas Mehner. Erinnern Sie sich noch, was Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 18. November 2011 vor den versammelten Bankern des Europäischen Bankenkongresses verkündete? Deutschland sei, so seine Aussage, »seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen«. Und: In »Europa« sei die Souveränität ohnehin »längst ad absurdum« geführt.

Scheuble meint zwar damit die finanzielle Souveränität, ich weite das auf staatliche Souveränität aus, oder können wir uns etwa selbst verteidigen? Ganz klar nein. Fazit: Europa muß zusammen bleiben und sich neu aufstellen. Bis dahin wird es noch viel finanzielles Kasperle-Theater geben, was uns viel Geld kosten wird, aber davon ist ohnehin zu viel da.

 

Dienstag, 24. Februar 2015, wie erwartet, Griechenland hat seine Chance bekommen, bis zum nächsten Mal. Der Spieltheoretiker hatte es nicht so leicht, wie er sich das spieltheoretisch vorgestellt hatte. Mit der Hand in der Hosentasche (mit was hat er da gespielt?) kann er eben nicht die vier Asse ausspielen, das hatte er vergessen und die Anderen hatten das bemerkt. Die Arbeit fängt für die Spieler jetzt erst an. In Griechenland haben sie aber viel raffiniertere Spieler am Tisch als in der EU. Da werden sie sich vermutlich schwer verzocken. Über Jahrhunderte entstandene Mentalitäten kann man nicht in vier Monaten oder Jahren verändern, das braucht Generationen, wenn sie es überhaupt wollen. Das Mindeste wäre ein Referendum zur Zustimmung der Reformpolitik. Bis jetzt haben sie ja nur ca. 30% der Bevölkerung auf ihrer Seite, wenn man die Wahlbeteiligung mit einbezieht. Ob die Eurozone einen so langen Atem hat, möchte ich bezweifeln. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung: Wenn die Eurozone sich nicht schnellstens reformiert, sich nicht zu einer gemeinsame Steuer- und Wirtschaftspolitik durchringt, wird die Zone gesprengt. Es muß letztlich ein Länderfinanzausgleich in der Eurozone geschaffen werden, sonst fliegt das auseinander. Ob das aber die Nationalen Parlamente mitmachen steht auf einem anderen Blatt, ich glaube nicht. Erst wenn die alte Bude abgebrannt ist, wird sie nach neuen Erkenntnissen wieder aufgebaut. Freiwillig reiß niemand seine alte Bude ab. Alles ist offen, nur der Austritt Griechenlands nicht. In drei oder vier oder, oder Jahren stehen wir wieder da wo wir heute stehen.

Im Club habe ich, mangels Getränkewart, einen bargeldlosen Getränkepool eingerichtet, es läuft sehr gut an, die Kasse ist für die Erstbestellung bestens gefüllt.

 

Die EU als Spielplatz:

Yanis Varoufakis: Griechenlands Finanzminister: Spieltheoretiker und erklärter Gegner des ökonomischen Mainstreams

Er war bisher Wirtschaftsprofessor und die Spieltheorie ist seine Domäne. Das mag vielen vielleicht nichts sagen. Kurz gesagt geht es in der Spieltheorie darum, Entscheidungssituationen mit mehreren Beteiligten zu modellieren. Es geht darum, mit mathematisch-statistischen Methoden das Verhalten und den Ausgang von bestimmten Verhandlungssituationen zu prognostizieren. Oder eben umgekehrt die Frage zu beantworten, wie ein bestimmtes Verhandlungsergebnis erreicht werden kann. In diesem Fall wird also ein entsprechendes Spiel entworfen, das zu dem gewünschten Ergebnis führt. mehr ...

http://www.querschuesse.de/schuldenstreit-mit-griechenland-varoufakissche-spieltheorie-im-bruesseler-praxistest/

Faschingssamstag 14. Februar 2015, Diese Kompaßrose über dem Stammtisch im FYC hat eine kleine Geschichte.1979, ich war mit dem Innenausbau der "HEKLA" beschäftigt, kam Teddi Ommen und Günter Leis (Takelmeister) zu mir aufs Boot und baten um Vorschläge bei einer Problemlösung. Robert Freund hatte eine Kompassrose gestiftet, die als dekorative Deckenhalterung dienen sollte, ob ich dafür eine Idee hätte. Ich zeigte meine materiellen und technischen Möglichkeiten auf und schlug einen verdeckten Teakrahmen als Abstandshalter zur Decke vor, hinter dem man auch den Zugschalter verbergen könnte. Gesagt, getan. Nun kam´s. Die nächste Monatsversammlung endete fast im Tumult. Das hätte man alles viel anders und besser machen können, ich war zum Glück auf dem Boot und nicht dabei. Da hätte man besser einen Kupferkessel, als Symbol einer Erdkugel verwenden sollen, (hatte einer im Keller) war der originellste Vorschlag, usw., usw. So wie es ist, könnte das auf keinen Fall bleiben! ... nun sind 35 Jahre vergangen und es ist immer noch so wie es war. Wir kamen uns vor wie im Bundestag. Die besten Kapitäne stehen immer noch an Land.

Habe wieder einmal herzlich lachen müssen, endlich, Fränkische Fastnacht im Bayerischen 3. Auch die Hessen waren gut an Weiberfastnacht mit überwiegend Gastrednern/innen. Die Mainzer stink-langweilig, sollten die Politik den Talkshows überlassen oder es witziger austeilen. Aufzählungen alleine machen es nicht.

Nur Gewinner, (selbst die Griechen und der Dax steigt) wenn man von der Ukraine, den Toten und der Zivilbevölkerung absieht. Aber wann wurde schon jemals auf Zivilisten Rücksicht genommen? Das letzte Mal bei den Germanen, wo sich die Anführer duellierten und diese Partei dann gewonnen hatte. Nein, Warschau, Stalingrad und Dresden sind zu nah. Stelle man sich mal vor Putin gegen Obama, Merkel als Sekundantin, das wäre mal was. Alle spielen der Angela in die Hände. Ohne die Ukraine-Krise wäre Europa auseinander gefallen. Putin ein Glücksfall für die EU. Schon immer brauchte man zum inneren Zusammenhalt äußere Feinde. Und das wird noch eine Weile anhalten. Das Gleiche gilt für Putin, der ohne die vermeintlich dekadenten und schwulen Demokraten im Westen, nun auch noch Faschisten, nie über 80% Zustimmung in der Bevölkerung bekommen hätte. Persönliche Freiheiten, eine unabhängige Justiz und Parlament kennen die Russen nicht, also vermissen sie es auch nicht wirklich. Hauptsache man hat einen Feind, der an Allem schuld ist. Vermutlich will sich Russland bewußt isolieren, weil es wirtschaftlich nicht mithalten kann, dazu das TTIP. Es kapselt sich ab, rüstet auf und sucht einen Schuldigen. Keine guten Aussichten.

 

Neues: Eine mehr friedliche Neuigkeit habe ich noch. Im Club fand sich zur JHV kein Getränkewart mehr. Der Bisherige hatte keine Lust mehr, sitzt jetzt auf hohen Außenständen. Nun habe ich mich bereit erklärt das System auf bargeldlos mit Vorauskasse umzustellen, bin also jetzt für ein Jahr Getränkewart. Mal sehen wie das läuft, zwei Einzahlungen sind schon auf dem Konto.

 

Sonnabend, 23. Januar 2015, es schneit, es regnet, also Schneeregen um die null Grad. Mir soll es recht sein, habe keine Winterreifen auf dem Antara. Rückfahrkamera ist eingebaut, ist eine Hilfe muß aber noch üben beim cm-genauem Rückwärtseinfahren in die Garage. Eigenartig, obwohl der Antara nur höher und bulliger ist, ist er doch schwieriger zu händeln. Habe soeben im Internet gelesen, daß die Russen nun mit schwerem Gerät eine Landverbindung zur Krim schaffen wollen. Kein Wunder, das hätte ich, und die Amerikaner, auch versucht. Was wollen die Russen mit der Krim, wenn sie keine Landverbindung dahin haben? Also ruhig Blut, das wird der Westen einsehen und dulden müssen. Ich fühle mich nach wie vor als Putin-Versteher. Immer vorausgesetzt, daß die Russen letztlich keine größeren Ambitionen haben. Das wird ein Kuh-Handel. Die Ukrainer geben den Russen das, worauf sie, auch bei bestem Willen,nicht verzichten können, und die Ukraine bekommt die EU.

Pegida. Lese gerade: „Die Abwicklung“ von George Packer. Nach 373 von 500 Seiten komme ich der Pegida immer näher. Globalisierung, Verlagerung der Abschöpfung in die Billiglohnländer, das Verschwinden der Kleinunternehmer, Verlagerung der Produktion und des Handels in globalisierte Unternehmen. „Geiz ist geil“, nichts kann billig genug sein. Zerstörung der örtlichen Infrastruktur von Gewerbe und Handel. Nicht der einzelne Bauer produziert die Eier sondern einzelne Eierfabriken. Die Wertschöpfung erfolgt in Steuerparadiesen, vor Ort wird nichts mehr verdient. Das Kuriose: Der Kunde greift nach dem Billigsten, beschwert sich aber, daß sein Arbeitsplatz gestrichen wird. Diese diffuse Angst vor einer nicht mehr unter Kontrolle zu bekommende Entwicklung ist „PEGIDA“! Verantwortlich sind natürlich die Politiker und die Presse. Die marschierenden Schnäppchenjäger waschen ihre Hände in Unschuld und greifen nach dem billigsten Ei bei Aldi oder Lidl und werfen sie auf die Politiker oder die Journaille. Ist der Mensch in sich selbst gefangen? Vielleicht haben die Russen recht, wenn sie dem Westen nicht trauen. Der Kleinbauer in der Weite der Taiga hat zwar nur ca. 6 Stunden Strom aus einem dorfeigenem Generator, wenn er läuft, das hat er aber und er weiß woran er ist. Und verpflegen tut er sich selber, wenn er hungert weiß er warum. Vielleicht macht das zufriedener. Wohlstand fördert nicht die Zufriedenheit und gegen Gefühle hat man keine Argumente.

 

Dienstag, 13. Januar 2015. Das Datum paßt zu meiner Stimmung und noch einmal zu Frankreich. Absolut hilflos und blamabel. 60 oder 70 tausen Polizisten und Soldaten jagen 3 Attentäter über 3 Tage lang. Eine Tankstelle erkannte dann die Flüchtigen. Braucht man dazu 70.000 Mann? Das macht zusätzlich Angst. Wenn man gesagt hätte: „keine Angst die finden wir, sind uns ja bekannt“ und hätten 100 Spezialisten eingesetzt, das hätte Vertrauen eingeflößt, jedenfalls bei mir, aber nicht ca. 70.000 gegen 3 Personen. Was die Sache aber noch problematischer in meinen Augen macht ist, daß die Zahlen gar nicht stimmen. Da sind alle Hausmeister und Pförtner mitgezählt wie ein Reporter im Vertrauen berichtete, man wollte lediglich eine möglichst hohe Zahl erreichen um damit Vertrauen und Leistungsfähigkeit zu demonstrieren. Ich bin davon überzeugt, daß sie das Gegenteil damit erreicht und die allgemeine Angst und Hysterie nur noch gesteigert haben, wie heute im Fernsehen gezeigt. Was machen sie denn, wenn gleichzeitig noch ein paar mehr zuschlagen, wollen sie dann die Zahlen noch einmal verdoppeln? Lächerlich, hilflos und psychologisch falsche Signale, leider. Unsere werden das im Ernstfall bestimmt nachmachen und übertrumpfen wollen. Nach ein paar Tagern müssen sie die Plizisten und Soldaten ohnehin wieder in die Kasernen schicken. Alle Gebäude die von den Tätern gesürmt wurden waren ja bewacht und hat nichts genützt.

 

Montag, 12. Januar 2015, Wie soll ich anfangen? Überall Tote, die meisten im Namen eines Gottes, nur welchem? Die drei Hauptreligionen haben alle den gleichen Gott, nur die Verkünder nennen sich anders und bestehen mit aller Gewalt auf ihrer Sicht der Verkündung. Sind diese unterschiedlichen Gruppen nun andere Menschen als wir? Sie fallen in eine Schule ein und ermorden über hundert Schüler und Lehrer oder entführen ganze Mädchenklassen in den Urwald. Das alles weit weg, wir hören und sehen das, sagen:“schlimm“ und damit hat sich´s. In Europa werden 17 Menschen erschossen und Millionen gehen auf die Straße, weil es ganz dicht dran ist. Das rührt an und beeindruckt mächtig. Aber was kann das bewirken? Vielleicht, daß die Religionsgemeinschaften jetzt näher zusammen rücken, das ja, mußte das aber erst Menschenleben kosten. Gegen die einzelnen Extremisten befürchte ich, nutzt das gar nichts. Im Gegenteil, sie fühlen sich jetzt sogar noch von der eigenen Religionsgemeinschaft im Stich gelassen und werden, so befürchte ich, noch grausamer. Machen wir uns also auf etwas gefaßt. Ändern? Nein da kann man nichts ändern Z.B: sind in Frankreich, dieser Quasimonarchi, die Barrieren zwischen Arm und Reich, hell und dunkel, gebildet und ungebildet größer als in anderen europäischen Staaten. Wer nicht die richtige Universität besucht hat, hat kaum eine Chance zum Aufstieg, erst recht nicht, wenn er einen arabischen Namen trägt. Leider, leider, leider, befürchte ich, daß hier vorerst nur mit Gewalt auf Gewalt reagiert werden kann. Ob sich mittelfristig etwas ändern kann/wird? Ein großes Fragezeichen. Aussperren können wir die uns fremden Kulturen nicht, diese Barrieren haben wir selbst alle seit langem abgebaut und werden sie auch nicht mehr aufrichten können. Wir müssen die Kraft haben diese Kulturen aufzusaugen, und das Beste zu integrieren, so daß das nicht passende an Bedeutung verliert. Wenn das nicht gelingt, haben wir uns das selbst zuzuschreiben. Ändern können wir das nicht mehr, auch „Pegida“ nicht, falls die überhaupt wissen was sie eigentlich wollen.

 

 

Freitag, 09. Januar 2015. Heute mild wie im Frühling, kam bei unserem Spaziergang ins schwitzen, was man auch bei den Nachrichten der letzten Tage kommen kann. Zwei oder drei Wahnsinnige bringen die ganze Welt durcheinander. Von Büchner habe ich neulich gelesen: „ ... bei einem Erdbeben sterben 20.000 Menschen, das nimmt man hin, wenn bei einer Revolution 100 Menschen sterben, geht die Welt unter“. Hoffentlich behält man die Nerven und richtet nicht noch mehr Schaden an. Die Wurzeln der Probleme sind bekannt, man geht sie aber nicht an. Vielleicht ist das bei der großen und zu schnellen Vermischung der Kulturen auch gar nicht möglich. Die kommunizierenden Röhren zwischen arm und reich werden sich ausgleichen, entweder freiwillig oder mit Gewalt. Die Gefühle spielen da eine große übergeordnete Rolle. Zu 80% wird der Mensch von Gefühlen geleitet, deswegen sind die Religionskriege die schlimmsten. In einem Religionskrieg ist es unvorstellbar, daß die Soldaten der gegenüberliegenden feindlichen Schützengräben zu Weihnachten den Krieg für zwei Tage aussetzen und zusammen Fußball spielen.

Pegida und die Gefühle. Die Kernmannschaft aus Sachsen, nicht die Mitläufer aus den anderen Bundesländern, sind m. E. gefühlsgesteuert. Sie haben nicht verwunden, daß sie als letzte, wenn überhaupt zu den Nazis übergelaufen sind, mußten aber nach dem Krieg 50 Jahre lang die Zeche dafür bezahlen, was nach wie vor nicht beendet ist. Die größten Naziförderer, wie die Bayern und die Norddeutschen haben nach dem Krieg abgesahnt. Das macht wütend. Sie konnten gegenüber den Wessis z. B. keine Vermögen aufbauen und fühlen sich nach wie vor benachteiligt. Das ist zwar der Situation zu schulden, ändert aber an der Tatsache nichts. Nachdem der Minderwertigkeitskomplex etwas abgeklungen ist, wird die Luft abgelassen wo die Haut am dünnsten ist. Da die Plakate gar nicht die waren Gründe sind, kann man auch nicht dagegen angehen, bzw. sie wollen nicht darüber sprechen. Alle vernünftigen Argumente laufen ins Leere. Weil das m. E. so ist, wird sich die Sache totlaufen. Parteien werden mit diesen Gefühlen nichts anfangen können, weil sie nicht erfüllbar und artikulierbar sind. Das alles gehört natürlich zur Demokratie, hoffentlich wird das richtig gedeutet und es erfolgen keine Überreaktionen. Das Gefährliche sind nicht die sächsischen Demonstranten sondern die angeblichen Sympathisanten und Mitläufer, die ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Schon Karl der Große hatte die größten Schwierigkeiten mit den Sachsen, die mit Sicherheit ihren Weg zur Erholung gehen werden. Meine zwei in Leipzig geborenen Großnichten haben neulich zu meinem Erstaunen geäußert, daß sie sich über jeden neuen Asylanten freuen. Ist das auch ein Generationenproblem?

 

Donnerstag, Neujahrstag 2015. Endlich! Neue Sekunde, neue Minute, neue Stunde, neuer Tag, neuer Monat, neues Jahr, neues Jahrhundert! Wir brauchen vermutlich immer und zu jeder Zeit was Neues. Das Alte ist schnell verbraucht und langweilig. (Neues Boot, neues Auto) Das Neue verspricht Abwechslung und Verbesserungen, das Verbrauchte muß abgeschüttelt werden. Ein Beispiel aus unserer gestrigen Silvesterfeier. Im laufe des Abends, ich hatte eine ganze Auswahl von Tanzmusik für die Nachkriegsgenaration dabei, die in der Regel den Stamm solcher Abende bildete. Gut vom selbst gestelltem Buffet essen, ein paar passende Vorträge und vor allem tanzen. Nachdem die ersten beiden Annehmlichkeiten erledigt waren, legte ich eine Kassette mit Tanzmusik aus den 30ger Jahren ein und regelte die Lautstärke, - da kam ein lauter Aufschrei aus dem Kreis, von einer attraktiven Frau in den fünziger Jahren mit zwei erwachsenen Kindern: „Nicht schon wieder diese Oldi´s!“ (Sie selbst tanzt nicht, sie zuckt nur zur Diskomusik) Ich drehte natürlich sofort zurück, drückte die „Tuner-Taste“ mit HR 1 und wurde in die zeitgemäße Wirklichkeit zurückgeholt. Wir Alten passen nicht mehr in das Format der Neuzeit. An uns sind viele neue Minuten, Stunden und Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, zwar nicht ganz unbemerkt aber doch nicht wahrhabenwollend, vorübergezogen. - … Pause, schlucken, und dann: Recht so! Sonst würden wir ev. noch in Fellen eingewickelt in Höhlen liegen. Schmerzlich ist es dennoch. Zum Trost: Drei Paare zwischen 70 und 85 Jahre, tanzten dann Wiener Walzer, den nach Mitternacht dann doch noch das 1. Programm im HR brachte. Alo dann Prosit Neujahr! … "  und schlägt der A... auch Falten, wir bleiben doch die Alten!" Optimisten kann nichts erschüttern, auch das nicht. Es war dennoch schön, wir zogen erst gegen drei Uhr im neuen Jahr die Bettdecke über den Kopf.

Nachsatz: ... natürlich kann man das genauso gut umgekehrt sehen. Die Wahrheit (was ist das?)

Videos:

HEKLA im Großen Belt

http://www.youtube.com/watch?v=ZseVRZDctPQ

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2000 Stunden Restauration 4mR-Yacht  Partout  (15m2-SNS)

http://youtu.be/Nb6CatobvSk

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Ein Bootswaschplatz entsteht

http://youtu.be/1RMCBeT-VW8

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2.4mR-Yacht mit 30 kn ...

https://www.youtube.com/watch?v=QI5VGU2pris

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2.4mR-Yacht Weltmeisterschaft in Finnland 2015:

Im Kopfbereich den Link: "club youtupe cannel" anklicken.

http://www.rauma24worlds.com/photos-videos/video/video-clips-of-the-rauma-2-4mr-w/

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"Das Senioren-Abenteuer" : 2.4mR-Yachten von Naantali Finnland nach Frankfurt am Main

https://www.youtube.com/watch?v=g7MNtpL7DLQ

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"Von der Flussratte zum Seefahrer - 365 Tage auf See!"

http://www.leavingtakatuka.de/

Markus Lübeck nimmt mit wechselnden Crews eine Auszeit und bereist, mit seiner Segelyacht  Typ "Hanseat 70", 35 Fuß (10,40m) Länge, die Weltmeere.

"Wir sind doch die Pipi-Langstrumpf Generation und alle mit den Geschichten von Astrid lindgren aufgewachsen.
Taka Tuka Land ist die Insel, auf der Pipis Vater von Seeräubern festgehalten wurde.
Unser Schiff trägt den Namen von Pipis Äffchen - Herr Nilsson…. Bei dem Namen fanden wir also „leaving taka tuka“ (frei übersetzt: Aufbruch aus Taka Tuka) ganz spannend…."

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